Ringbrunch

Der Terra Madre Tag – jeweils der 10. Dezember eines Jahres – ist ein von Slow Food ins Leben gerufener internationaler Festtag, mit welchem die Bedeutung von lokalem Essen und das Recht aller Gemeinschaften auf Zugang zu hochwertigen Lebensmitteln gemeinsam gefeiert werden soll. Menschen kommen zusammen, um sich gemeinsam an Traditionen zu erinnern, gemeinsam zu kochen, sich an guten, sauberen und fair erzeugten Lebensmitteln zu erfreuen und die Philosophie von Terra Madre in ihrer Umgebung zu verbreiten, sowie die lokalen Wirtschaftsformen zu stärken. Wie man den Tag am liebsten feiert, das ist jeder lokalen Gruppe/Initiative selbst überlassen. Jeder kann mitmachen und das Ereignis auf der Terra Madre Webseite  anmelden.

Das Slow Food Youth Movement hatte sich in diesem Jahr etwas ganz besonderes ausgedacht: das erste Eat-In in der Berliner Ringbahn S42 – der Ringbrunch! Um Punkt 12h ging es los, bei eisigem Wind und ersten Schneeverwehungen, ab der S-Bahn Station Ostkreuz und dann einmal um die Stadt herum – eine Stunde dauerte die Fahrt. Wir waren eine Gruppe von ca. 20 jungen Foodies, bepackt mit Klapptischen, Tischdecken und allerlei feinen Dingen zum Naschen und Probieren. Glücklicherweise war die S-Bahn die ganze Fahrt über nicht allzu voll, so dass das Buffet, das wir in einem der Fahrradabteile aufgebaut hatten niemand behinderte. Es sah wirklich schön aus – so viele tolle, selbstgemachte Kleinigkeiten! Der Grund, warum wir ein solch hübsches Buffet in der S-Bahn installierten war, dass man hier, in der Ringbahn,

unvermittelt auf die unterschiedlichsten Leute trifft. Da man sich ausserdem eine Zeit lang gemeinsam in demselben Raum aufhält, bleibt im besten Fall auch etwas Zeit zum Reden und Austauschen (Verbreitung der Slow Food Philosophie und Aufmerksamkeit für regionale, saisonale und selbstgemachte Lebensmittel erzeugen) neben dem teilen und verschenken von Leckereien.

Uns als Initiantoren des Ringbrunchs war es wichtig, dass die Lebensmittel ohne Besteck essbar sind und aus saisonalen, regionalen und fair erzeugten Zutaten selbst hergestellt wurden. Ob süß oder salzig, vegan, vegetarisch oder mit Fleisch, das war dem jungen Koch/der jungen Köchin jeweils selbst überlassen. Um unsere Gäste zum Nachkochen und selber machen zu animieren (und auch, um sich an das ungewöhnliche Ereignis zu erinnern), baten wir alle Teilnehmer, ihr Rezept zu der jeweiligen Speise oder dem Getränk aufzuschreiben und auf Karten auszudrucken, um diese Karten dann zusammen mit Speis und Trank dem Gast zu reichen. Es gab auch einen kleinen Info-Flyer für alle neugierig gewordenen. Die beste Information aber gab es natürlich im persönlichen Gespräch.

An jeder Station stiegen Leute zu oder aus, ein reges Treiben: viele überraschte Gesichter, schüchterne Blicke, dankende Worte, freundliche Kommentare, interessante Gespräche und auch ein paar wirklich hungrige Gäste waren dabei. Toll ist es gewesen! Mal sehen, wann es das nächste Pop-up Buffet geben wird – und vorallem wo…! Haltet die Augen offen, es lohnt sich!

Text: Inés Lauber, Webseite: http://www.ineslauber.com

Bilder – Archiv Slow Food Deutschland, Slow Food Youth Berlin