MesseResteEssen

Folgendes ereignete sich in der Slow Food Youth Geschichte an einem Ort namens Berlin in dem schönen Monat Mai: Essensreste von der Messe wurden zu einem Messe-Reste-Essen transformiert.

Wertvolle Lebensmittel landen auf den Teller statt in der Tonne!

Den Begriff Reste, meist negativ belegt, haben wir von Slow Food Youth Berlin in Kooperation mit den Köchen der Kantine Neun neu definiert. Wertvolle Lebensmittel, welche der Tonne geweiht waren, verwandelten sich in ein kulinarisches Feuerwerk.

Ein Meer von Kresse, kistenweise angebrochene Weinflaschen und Körbe voller Brot …

Der Startschuss fiel am Sonntag, den 26. Mai 2013 als die Tore der Next Organic Berlin Messe für die Besucher geschlossen wurden. Ausgestattet mit Kisten, großen Rollwägen und dem Drang, gegen die Verschwendung aufmerksam zu machen, haben wir uns von Slow Food Youth Berlin auf die Pirsch gemacht. Im Treiben der ausgelassenen Stimmung während des Abbaus nach dieser erfolgreichen Messe und nach einem schönen Tag für alle Beteiligten beschenkten uns die Standbetreiber mit ihren übrig gebliebenen Lebensmitteln. Die fleißigen Helfer durften sich über viele biologische Köstlichkeiten freuen: von den verschiedensten Gemüsesorten über geräuchertes Tofu bis hin zu essbaren Blüten.

Ein Meer von Kresse, kistenweise angebrochene Weinflaschen und Körbe voller Brot wurden schließlich in das Mietauto verladen. Verwunderung und Begeisterung überkamen uns, als wir kaum mehr Platz im Laderaum der Robbe für die Mengen an Messe-Resten fanden. Noch am gleichen Abend wurden die Lebensmittel in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg sortiert, gelagert und bestaunt.

MesseResteEssen auf dem Street Food Thursday

Am darauf folgenden Donnerstag, den 30. Mai war es dann soweit: Die Messe-Reste wurden im Zuge des Street Food Thursdays von dem Kochteam der Kantine Neun in eine kreative Speisekarte verwandelt. Der jugendliche Nachwuchs von Slow Food hat bei den Vorbereitungen und dem Event selber kräftig mit angepackt. Es wurde Salat püriert, der Info-Stand positioniert und kräftig sozialisiert. Voller Vorfreude und Spannung waren wir gewappnet, um die hungrigen Mäuler mit überraschend außergewöhnlichen Leckereien und dem Sinn für etwas Gutes zu stopfen. An unserem Stand war auch eine Kulinarische-Wundertüte gegen eine Spende zu erwerben.

Im Laufe des Nachmittags füllte sich die Halle. Die knurrenden Bäuche wurden mit einer kulinarischen Reise besänftigt. Nach und nach verschwanden die Gerichte von der Menükarte. Und genau das wollten wir erreichen: Die Messe-Reste verkochen und Bewusstsein schaffen, Genusskultur feiern und keine neuen Reste produzieren und zu guter Letzt natürlich Spaß haben…

Ich würde sagen: Mission accomplished!

Text: Helena Jachmann
Bilder: Archiv Slow Food Deutschland – Keighley McFarland