So schnell nicht mehr vergessen – das Food Filmfestival „forgotten food“

Die Lokalgruppe Slow Food Youth Münster ist zufrieden.

Das Food Filmfestival am 24. und 25.10.2015 in Münster war erfolgreich. Das Festival wurde nach eigenen Einschätzungen am Wochenende von insgesamt 3.000 kulinarisch Interessierten besucht. Knapp ein Jahr hat das Organisationsteam von Slow Food Youth Münster ihr bisher größtes Projekt mit viel Leidenschaft und Herzblut geplant.

Das Food Filmfestival hat seinen Ursprung in den Niederlanden (Youth Food Movement) und fand nun erstmalig auch in Deutschland statt. Das Wochenende stand unter dem Motto „forgotten food“. Das gesamte Programm drehte sich rund um das Thema Biodiversität.

Mit einem interaktiven Showcooking, bei dem einige Besucher die gelernte Köchin Karina Buß tatkräftig unterstützten und Gemüse mitschnippelten ,wurde das Food Filmfestival am 24.10. in Münster eröffnet. Für alle Interessierten kochte Karina, (derzeitige Leitung von Slow Food Youth Münster) Erbsensuppe mit Topinambur, Mangold-Rote Bete-Rouladen mit Pastinakenpüree und Amaranthbrei mit Quittenkompott. 11220797_10206456658912990_66387627963953517_n

Im improvisierten Kinosaal wurden an beiden Tagen insgesamt acht Filme zum Thema Lebensmittelvielfalt gezeigt.

Bereits der Erföffnungsfilm „10 Milliarden“ vom Regisseur und Food Aktivisten Valentin Thurn war komplett ausverkauft.

 

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Die angebotenen Workshops zu vergessenen Lebensmitteln fanden regen Zuspruch und waren fast alle bis auf den letzten Platz belegt. Bei den  Workshops kochten die Teilnehmer zum Beispiel eine süßscharfe Tomatenmarmelade aus vergessenen Tomatensorten, probierten traditionell gebraute Biere (z.B.Grut und Gargel), verkosteten deutsche Weine oder setzten Kräuteressig aus als „Unkraut“ verschrienen, aber sehr wertvollen Wildkräutern an.

 

Auch bei den Food Trucks gab es allerlei Leckereien zu probieren.

Die Besucher wurden zum Beispiel mit Rote Bete Pasta mit Meerrettichcreme, Borschtsch mit Buchweizenblinis und Sauerrahm oder Rindfleischburgern mit Hüttenkäse und Quittenchutney verzaubert. Das Angebot kam bei den Gästen so gut an, dass bei einigen Food Trucks das Essen am Sonntag knapp wurde.

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Neben Filmen und Köstlichkeiten wurden die Gäste mit einem bunten Rahmenprogramm aus Musik, Poetry Slam, Improvisationstheater, einer Podiumsdiskussion, einem Film Talk und allerhand mehr unterhalten.

Die Veranstaltung „offene Ateliers“, die parallel auf dem Gelände stattfand ergänzte das Programm ideal und lockte einige Kunstinteressierte auf das Food Filmfestival.

 

Slow Food Youth Münster informierte alle Interessierten über das Thema Biodiversität und zeigte in einer kleinen aber feinen „forgotten-food“-Ausstellung unter anderem Würchwitzer Milbenkäse, alte Apfelsorten wie die rote Sternrenette, die alten Kartoffelsorten Reichskanzler und Ackersegen oder vergessene Bohnensorten. Einiges konnte natürlich auch probiert werden.

Das Organisationsteam ist überwältigt, dass das Food Filmfestival so viel Zuspruch bekommen hat und freut sich über zahlreiche positive Kritik sowohl von Besuchern des Festivals, als auch von den Food Trucks und auftretenden Künstlern.

Die Slow Food Youth  glaubt das Food Filmfestival hat das Potenzial auch auf nationaler Ebene Erfolg zu haben.  Deshalb kann und soll das Food Filmfestival auch in anderen Städten von Slow Food Youthlern organisiert werden. Also: Bis zum nächsten Food Filmfestival!

 

Text und Fotos : Magdalena Becker