Unsere changemaker

Linda Mensinger
Linda Mensinger
Studentin der Umwelt- und Politikwissenschaften, Klima- und Foodaktivistin, leidenschaftliche Köchin - Teilnehmerin SFYA 2018

In meiner Familie hat gutes Essen und Trinken schon immer eine sehr große Rolle gespielt. Durch meine Mutter und meinen großen Bruder als gelernten Koch bekam ich schon früh einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln und die Lust am Genuss nähergebracht. Für mich gibt es wenige schönere Dinge, als Freund:innen in unserer WG-Küche zu bekochen und gemeinsam zu essen. Durch mein Studium wurde ich immer wieder mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen unseres Konsums und des dahinterliegenden Systems konfrontiert. Sowohl an der Uni als auch darüber hinaus beschäftigt mich immer wieder die Frage, wie wir Menschen dazu bewegen können, ein Bewusstsein für ihre Umwelt, ihre Mitmenschen und nachfolgende Generationen zu entwickeln, ihre Verantwortung dafür wahrzunehmen und an politischen Entscheidungen teilzuhaben. Es sind Fragen nach Verantwortung, Gerechtigkeit und gesellschaftlichem Wandel, die mich antreiben. Fragen, die für unser Ernährungssystem eine besonders große Rolle spielen.

Mit der Arbeit von Slow Food und speziell durch die Akademie, hat sich für mich eine Welt eröffnet, die diese wichtigen Themen in meinem Leben zusammenbringt. Die Akademie war unglaublich inspirierend und motivierend und hat mir durch den theoretischen Input, die praktischen Erfahrungen und die gemeinsame Arbeit an Problemen aufgezeigt, wie Wandel gestaltet werden kann. Vor allem aber war es die Zeit mit der vielfältigen Gruppe der anderen Teilnehmenden, mit den Freund:innen, die ich in ihnen gefunden habe, die mir deutlich gemacht hat, welche Energie entstehen kann, wenn wir gemeinsam Ziele verfolgen und uns auf dem Weg dorthin gegenseitig bestärken und unterstützen. Ich bin wahnsinnig neugierig darauf, was diese Energie noch alles bewirken wird.

Moritz Voigt
Moritz Voigt
Imker und Produktmarketingmanager bei Coffee Circle - Teilnehmer SFYA 2018

Ich bin aufgewachsen wie die Kinder aus Bullerbü, auf einem kleinen Hof im Schwarzwald. Von klein auf durfte ich meinen Vater bei seinen Arbeiten auf dem Hof begleitet und habe so einen Einblick in die Produktion von hochwertigen Lebensmitteln erhalten.

Noch bevor für mich die Schulzeit begann, habe ich eigenes Geflügel gehalten. Im Alter von 14 Jahren wurde das Federvieh von der Faszination für die Bienen abgelöst. Diese begeistern mich nach wie vor und so bin ich auch jetzt Hüter einiger Bienenvölker.

Da ich für gute, faire Lebensmittel brenne, arbeite ich im Onlinemarketing beim Social Business Coffee Circle. Gemeinsam verfolgen wir hier das Ziel, Kaffee so zu verarbeiten und zu handeln, dass ein hochwertiges Lebensmittel entsteht, welches zum Vorteil aller Beteiligten wirkt.

Bei der SFYA habe ich mich beworben um mit anderen Lebensmittelbegeisterten und Experten zu diskutieren, Ideen zu entwickeln und die Welt ein bisschen besser zu machen. Während der Akademie, habe ich nicht nur viel Neues über Lebensmittel, vom Ursprung bis zum Konsum und darüber hinaus gelernt, sondern wurde immer wieder angehalten, mich selbst zu reflektieren und meine eigenen Handlungen zu überdenken. Mit den anderen Teilnehmern ist eine unglaublich starke Familie entstanden, die ich nicht mehr missen möchte.

Marliese Sitter
Marliese Sitter
Selbständige Schäferin - Studentin der Agrarwissenschaften – Praktikantin bei Biolandmilchbetrieb - Teilnehmerin SFYA 2018

„Das Durchschnittsalter von SchäferInnen beträgt 56 Jahre.“ Ich frage mich, wann die Bevölkerung und die Politik endlich die wichtige Aufgabe des Naturschutzes und der Pflege der Kulturlandschaft entsprechend honoriert. Dann gäbe es sicherlich auch wieder mehr Interessenten an diesem wunderschönen Beruf!

Mein Freund und ich haben neben den Studium der Agrarwissenschaften einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb namens „Hirtenliebe“ gegründet. Dabei habe ich mir als Ziel gesetzt, den Menschen direkt den ökologischen Mehrwert durch Weidehaltung auf Streuobstwiesen zu zeigen. In dieser Entscheidung hat mich vor allem die Slow Food Youth Akademie 2018 und deren Teilnehmer bekräftigt. Diese Mengen an Inspirationen, die man durch jedes Wochenende bekommen hat, sind unglaublich! Nach wirklich jedem SFYA Treffen hatte ich ein riesiges Ideen-Feuerwerk in meinem Kopf! Jetzt wird daran getüftelt, wann und wie das alles umgesetzt wird. Mit so vielen tollen neuen Kontakten und Menschen die hinter einem stehen, lässt es sich doch gleich ganz anders angehen! Ein Hoch auf die Akademie!

 

Felix Buchborn
Felix Buchborn
Student der Regionalstudien Lateinamerika (UzK), Foodaktivist, Lebensmittelretter, Utopist & aktiv im Initiativkreis Ernährungsrat Wuppertal - Teilnehmer SFYA 2018

Als Kind hatte ich bereits das große Privileg, in den Genuss und Kontakt mit unterschiedlichsten Esskulturen zu kommen, welche mich von klein auf über den eigenen Tellerrand schauen gelassen haben.
Zahlreiche Reisen nach Afrika, Asien und Europa, immer auf der Suche nach neuen kulinarischen Entdeckungen, ließen mich eine atemberaubende Vielfalt an Lebensmitteln erfahren und gleichzeitig verstehen, wie divers ihr Umgang in Zubereitung, Wertschätzung und der Art und Weise, wie gegessen wird, sein kann.
Mir wurde klar: Essen verbindet uns alle, es schafft Gemeinschaft und Identität – und zugleich ist es hoch politisch! Seit meinem zweijährigen Aufenthalt in Brasilien und meinem Studium der Regionalstudien Lateinamerika in Köln beschäftigte ich mich tiefgehend mit den globalen Zusammenhängen und Folgen unserer westlichen Ernährung und suche nach Utopien und Lösungen, wie eine nachhaltige Ernährungskultur und ein zukunftsfähiges Agrarsystem bereits heute gelebt und gestaltet werden können.
Die Akademie hat mich unglaublich bereichert und mir neue Wege aufgezeigt: Ich wurde mit fundiertem Wissen, einem tieferem Verständnis hinsichtlich komplexer Zusammenhänge und neuen Erfahrungsschätzen aus der Praxis beschenkt. Gleichzeitig hat sie mich in den Kontakt mit einem großartigen Netzwerk voll von engagierten Menschen mit unterschiedlichsten Perspektiven und Hintergründen gebracht und mich mit zahlreichen Momenten voller Inspiration und Freude beglückt. Zudem bot die Bearbeitung der Fallstudien, in deren Rahmen wir beispielsweise einen Workshop zum Thema „’Superfood’ für alle?!“ auf dem Stadt Land Food-Festival in Berlin durchführten und ein dazugehöriges Booklet erarbeiteten, ein spannendes Lernfeld um konkret tätig zu werden.
Ich bin unglaublich dankbar für all die gewinnbringenden Erfahrungen und wundervollen Begegnungen, die durch die Akademie entstanden sind und kann sie daher wärmstens empfehlen!

Annika Nowotny
Annika Nowotny
Köchin und Aktivistin - Teilnehmerin SFYA 2018

Eine besondere Köchin hat einmal geschrieben: „Mein Ziel ist es, Kochen zu beherrschen wie ein guter Maler seine Pinsel und Farben.“ (Milena Broger)

Kochen ist ein Handwerk, welches alle Sinne und Menschen miteinander vereint. In jeder Kultur, jeder Geschichte, bei jedem besonderen zusammenkommen von Menschen, aber auch dem ganz normalen Alltag; Essen und Kochen ist das einzige, was alles auf unserer Welt auf eine gewisse Art und Weise miteinander verbindet. Auch mich – so mitten drin. In der Küche bin ich zu Hause; dort wo man die Welt verändern kann. Ich heiße Annika, bin gelernte Köchin und 23 Jahre alt. Auf Slow Food kam ich in meiner Ausbildung. Als ich in manchen Situationen einfach die Welt nicht mehr verstanden habe. Warum Dinge einfach so gemacht werden, weil sie eben schon immer so gemacht wurden.

Die Akademie ist dass, was in meinen Augen zu jeder guten Kochausbildung dazugehören sollte. Das würde nicht nur den Beruf und das Handwerk attraktiver machen. Es gibt den jungen Menschen auch einen vielfältigen Blick über die Tellerrände und Töpfe der Welt. Durch die Akademie habe ich gemerkt, aus wie vielen hunderten Perspektiven man das Thema Essen und Ernährung noch betrachten kann. Dass man nie auslernt und das jede Perspektive dein Wissen und dein Blick erweitert. Vor allem auch was Tradition und Innovation bedeuten. Es gibt so viele besondere Menschen, die schon tolle Werke geschaffen haben und viele die noch zögern und träumen ihre Ideen zu verwirklichen. Die Akademie hat mir eine Menge Ideen, Mut und Freundschaften auf den Weg gegeben.

Wenn es eine Sache gibt, die mir durch die Akademie ganz besonders wichtig geworden ist. Dann ist es der Genuss, den ich jedem Menschen weitergeben möchte. Vor allem den kleinen. Wie Schade wäre es, wenn irgendwann niemand mehr weiß, wie viel Spaß es macht, in der Erde nach Kartoffeln zu graben und diese dann in bunter Vielfalt auf dem Teller, mit einem selbstgemachten Kräuterquark und handgeschüttelter Butter zu genießen. Und stolz drauf zu sein, dass man das alles selbst gemacht und für all seine Freunde zusammen geschaffen hat. Denn Essen ist eben mehr als nur morgens, mittags und abends einen Teller voll mit Kalorien und Kohlenhydraten.

Meike Fienitz
Meike Fienitz
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Leibniz Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, Hobbygärtnerin, Slow Food Youth Aktivistin - Teilnehmerin SFYA 2018

Schon als Kind war ich fasziniert von Selbstversorgung – obwohl ich aus der Großstadt komme. Wir kochten Johannisbeermarmelade aus den Früchten des einzigen Obststrauchs im Garten und ich stellte mir vor, dass wir nun Vorräte für den Winter hätten. Heute ist mein Gemüsegarten mein liebstes Hobby, und ich komme an keinem wilden Obstbaum vorbei, ohne etwas zu ernten. Ich will verstehen, wie Lebensmittel angebaut und hergestellt werden. Zu lernen, wie ich mein Essen selbst produzieren kann, ist ein unglaublich gutes Gefühl. Darum hat mich die Akademie auch vom ersten Wochenende an begeistert.

Aber ich will gutes Essen nicht für mich alleine haben. Umso mehr ich mich mit unserem Agrar- und Ernährungssystem beschäftige, umso mehr Probleme erkenne ich darin. Wie kann gutes Essen allen Menschen zugänglich werden? Wie können wir lebendige, vielfältige ländliche Räume erhalten? Wie den Menschen, die unser Essen herstellen, einen fairen Lohn bieten? Wie sicherstellen, dass wir mit der Produktion unserer Nahrung nicht unsere Lebensgrundlage zerstören? Kurz: Wie kommen wir zu einem zukunftsfähigen Agrarsystem, dass uns auch in 50 Jahren noch gut ernährt? Mich intensiv mit diesen Fragen zu beschäftigen war eine weitere Motivation für die Teilnahme an der Akademie. Bekommen habe ich das – und noch viel mehr. Neue Eindrücke, geballtes Wissen, spannende Gespräche, praktische Erfahrungen. Einen riesigen Motivationsschub, mich beruflich und ehrenamtlich weiter für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem einzusetzen. Das Gefühl, endlich angekommen zu sein. Doch am wertvollsten: ein buntes, unterstützendes Netzwerk aus Menschen mit ganz verschiedenen Hintergründen, vereint in einer gemeinsamen Leidenschaft: Gutem, sauberem und fairem Essen.

Marie-Kristin Öttl
Marie-Kristin Öttl
Studentin Betriebswirtschaft und Management – Passionierte Esserin - Teilnehmerin SFYA 2018

Moin, moin? – Servus!
Ich bin Marie-Kristin, 22, noch Studentin der Betriebswirtschaft und Management. Ursprünglich komme ich aus dem Süddeutschen Raum. Das Thema Insekten als Lebensmittel hat mich dann meines Studiums in nördlichere Regionen gezogen.
Als ich klein war, haben meine Eltern mich und meine Geschwister im Schweinestall der Bäuerin, bei der wir unsere tierischen Produkte wie Eier und Rohmilch geholt haben, spielen lassen. Meine Kindheit wurde von Harmonie und dem Einklang mit der Natur geprägt. Auf dem Weg des Erwachsen werden, habe ich mich teilweise und die Welt um mich herum von dieser Ursprünglichen Ideologie entfernt. Durch Slow Food bin ich mir meiner Wurzeln erneut bewusst geworden und gleichzeitig hat mir die Akademie die Diversität unserer Leben nähergebracht.
Ich kann sagen – die Akademie hat mich dieses Jahr sehr durchgeschüttelt. Ich durfte viele neue Lebensentwürfe kennen lernen und über mich selbst lernen, wie wichtig mir das Thema (Essen und Kochen in) Gemeinschaft ist. Ob es für mich in beruflicher Hinsicht auf kulinarischer Ebene weitergeht, steht noch nicht fest. Ich bin auf jeden Fall unglaublich dankbar, Teil dieser Bewegung und eines wunderbaren Netzwerkes sein zu dürfen.

Christine Franke
Christine Franke
MSc International Development & MSc Organic Agriculture - Referentin für Landwirtschaft - Teilnehmerin SFYA 2018

Der Weg mich mehr mit guten, fairen und sauberen Lebensmitteln auseinanderzusetzen kam schleichend. Erst hatte ich mich während meines Masters auf Ländliche Soziologie spezialisiert und merkte schnell, dass ich mehr herausfinden möchte: Wie funktioniert das eigentlich mit der landwirtschaftlichen Erzeugung? Was macht die Bäuerin oder der Bauer? Und wie hängt das alles mit dem großen Ganzem zusammen? Ein zweiter Master in ökologischer Landwirtschaft folgte. Praktisch bin ich an einem großen Interesse an Streuobstwiesen, alten Sorten und Agroforstsystemen hängen geblieben, beruflich arbeite ich nun als wissenschaftliche Referentin in der Agrarpolitik. Über die Slow Food Youth Akademie hörte ich während eines Slow Food Youth Treffens in meiner Wahlheimat Köln und war sofort von den vielen tollen Lern- und Vernetzungsmöglichkeiten angetan. Es hat mich nicht enttäuscht! Ich habe tolle TeilnehmerInnen aus den unterschiedlichsten Bereichen kennengelernt, viel Praktisches gelernt und war begeistert von den vielen engagierten ReferentInnen, die ihr Wissen mit uns geteilt haben. Oft gibt es keine einfachen Antworten. Deswegen sollten wir nicht aufhören unser Handeln zu hinterfragen und uns weiterzuentwickeln. Die Slow Food Youth Akademie bietet eine wunderbare Basis dafür.

Stefanie Schäfter
Stefanie Schäfter
M.A. öffentliches und betriebliches Umweltmanagement, Co-Projektleiterin Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz (SK:KK) beim Deutschen Institut für Urbanistik (Difu), aktiv im Berliner Ernährungsrat - Teilnehmerin SFYA 2018

Ich habe Umweltmanagement studiert und arbeite an einem Stadtforschungsinstitut. Dort berate ich Städte und Gemeinden dabei, im Klimaschutz aktiv zu werden. Da ich es spannend finde, wie sich Städte und ihre Bewohner*innen ernähren und wie wir vor Ort selbst mitgestalten können, habe ich mich dem Berliner Ernährungsrat angeschlossen. Darüber habe ich die Slow Food Youth Akademie kennengelernt.

Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der lange Zeit selbst geschlachtet, eingeweckt und viel Obst und Gemüse angebaut wurde. Frisch und abwechslungsreich zu kochen und zu backen sind für mich absolut wichtig. Doch ich verbinde Essen nicht nur mit purer Freude und Kreativität, sondern auch mit Verantwortung für die Menschen, die hinter den Produkten stehen und für eine intakte und vielfältige Natur- und Kulturlandschaft.

Im Rahmen der Akademie hat es mich besonders beeindruckt, die unterschiedlichsten Menschen hinter den Lebensmitteln kennenzulernen. Das beste aber sind die vielen Gleichgesinnten. Menschen mit verschiedenen persönlichen und beruflichen Hintergründen und einem gemeinsamen Interesse – das ist unschlagbar! Ein kleiner Vorgeschmack: Während der Akademie haben meine Fallstudiengruppe und ich einen Kochworkshop zu regionalen „Superfood“-Alternativen konzipiert und mit großem Zulauf auf dem Stadt Land Food Festival durchgeführt. Dazu haben wir ein richtig schickes Booklet mit Hintergrundinfos und Rezepten geschrieben. Gemeinsam wollen wir weiter an diesem Thema arbeiten und noch viel mehr auf die Beine stellen – die Akademie war erst der Anfang!

Antonie Demmel
Antonie Demmel
Kommunikationsbeauftragte – Corporate Content Creation & Curation bei Siemens AG - Teilnehmerin SFYA 2018

Die Slow Food Youth Akademie ist das Inspirierendste, das ich jemals erfahren habe. So viele einzigartige Menschen, ein jeder auf individuelle Art ganz wunderbar, aus den unterschiedlichsten Richtungen kommend und dabei stets tolerant für die Sichtweisen der anderen in der Gruppe. Keiner wurde je müde, den status quo zu hinterfragen und zu verbessern. Jedes Wochenende war ein Intensivseminar bestehend aus Ideen und Erfahrungen, wie man die Welt ein kleines Stückchen besser machen kann.

Ich selbst habe mich immer ein bisschen wie der Exot unter all den Teilnehmern gefühlt, da ich weder in meiner Ausbildung, noch in meinem derzeitigen Beruf etwas mit Ernährung zu tun hatte bzw. habe. Nichtsdestotrotz nehmen Tiere, Ernährung und (vegetarischer) Genuss einen riesigen Stellenwert in meinem Leben ein. Schon seit ich laufen und denken kann war ich ein „Foodie“. Lebensmittel sind für mich mehr als Produkte, um den Hunger zu stillen. Ernährung hat für mich sehr viel mit Emotionen zu tun und ist ein sehr großartiger und auch wichtiger Weg, um Körper, Geist und Seele in Einklang zu bringen. Allerdings nur, wenn diese Lebensmittel auch auf achtsame und verantwortungsvolle Weise produziert und an den Mann bzw. an die Frau gebraucht werden.

Kennengelernt habe ich Slow Food, als ich während des Studiums in Italien gelebt habe. Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich auf der Seite der Slow Food Universität in Bra war und mir überlegt habe, dort zu studieren. Die Slow Food Youth Akademie eröffnete mir dann einen Weg, das Wissen über die gesamte Produktwertschöpfungskette, berufsbegleitend sozusagen, zu erlernen.
Die Werte von Slow Food und die Ideale unserer Gruppe werde ich bis an mein Lebensende in meinem Herzen mit mir tragen. Wenn ich auch die Philosophie von Slow Food „Gut, sauber und fair“ für mich persönlich um das Stichwort „gesund“ ergänzen würde.

Karoline Kröner
Karoline Kröner
Studentin der Nachhaltigen Landwirtschaft und Foodaktivistin - Teilnehmerin SFYA 2018

Zum Glück haben wir eine große, gemütliche Küche in unserer WG, denn in meinem Leben dreht sich so ziemlich alles darum, was in ihr passiert: Tischgespräche über die Herkunft des gerade konsumierten Kaffees, Verarbeitungsort für das im Garten anfallende Gemüse, Labor für diverse Fermentationsprodukte und das Pflegen einer gemeinsamen Esskultur mit lieben Menschen.

Ich bin Karoline und schaue mit viel Dankbarkeit und Verbundenheit auf die SFYA und all die Eindrücke und Gespräche der vergangenen Wochenenden zurück. Nach einem Bachelor der Lebensmitteltechnologie studiere ich derzeit „Sustainable International Agriculture“, getrieben von dem Wunsch, das Lebensmittelsystem zu verstehen. Vielleicht ein illusorischer Wunsch, denn so komplex und facettenreich jede*r einzelne*r der etwa 7,6 Millionen Akteure*Innen ist, so ist es auch das System als Ganzes. Durch die SFYA habe ich verschiedenste Menschen kennenlernen dürfen, die alle das Gleiche verbindet: die Liebe zu Lebensmitteln und die Kraft und der Wille, etwas zu Verändern. Jeder in seinem Bereich, sei es im Handwerk, auf dem Feld, sei es in der Politik oder in der Wissenschaft, jeder mit viel Wissen und dem Bestreben zum Austausch dessen. Dieses große Netzwerk, dass dadurch entstanden ist und sich immer weiter ausbreitet, motiviert mich und gibt mir das Vertrauen, gemeinsam wirklich etwas bewegen zu können- mit Zeit, Respekt, Energie und vor allem: ganz viel Experimentierfreude und Genuss am Leben!

Matthias Middendorf
Matthias Middendorf
Doktorand, Ökologische Agrarwissenschaften, Universität Kassel-Witzenhausen - Projektleiter, Schweisfurth Stiftung, München - Teilnehmer SFYA 2018

Ich wurde früh durch die Mitarbeit im familiären Geflügelbetrieb, der sich für „Wachsen, statt Weichen“ entschieden hat, für eine in meinen Augen „andere“ Lebens-Mittel-Erzeugung und die Notwendigkeit für ein nachhaltiges Ernährungssystem sensibilisiert. Wie riesig diese Dimension ist, wie viele Bereiche es in unserem Leben und Wirtschaften beeinflusst, ist immer wieder überwältigend zu erleben. Die Akademie nahm uns Teilnehmende über die thematischen Schwerpunkt-Wochenenden mit auf eine interaktive Reise zu diesen unterschiedlichen Dimensionen und Schauplätzen. Die gute Mischung aus Theorie und Praxis, die besonderen Seminarorte und Exkursionen, sowie der Austausch mit den hochkarätigen ReferentInnen und anderen Akademie‘lerInnen war gewinnbringend und oftmals einfach nur beeindruckend. Auch aus der Fallstudien-Bearbeitung mit der „Kampagne Meine Landwirtschaft“ für ein Jugendfestival im Jahr 2019 konnte ich durch die intensive Zusammenarbeit in meiner Fallstudiengruppe sehr viel lernen – und auch weitergeben.
Die SFYA bringt viele besondere Menschen über ein dreiviertel Jahr eng zusammen, die gemeinsam den Nährboden für eine Veränderung im Ernährungssystem bilden können – und werden! Ich bin gespannt wohin unsere Reise gehen wird, wo wir uns bald oder in einigen Jahren wiedersehen und gemeinsam den Wandel mitgestalten.

(c) Foto: Felix Buchborn

Marleen Friedrichs
Marleen Friedrichs
Ökotrophologin, Marketing/ Ernährungsservice EDEKA Minden-Hannover - Teilnehmerin SFYA 2018

Gute, vollwertige Lebensmittel sind meine große Leidenschaft. Ich beschäftige mich tagtäglich mit ihnen – sowohl beruflich, als auch privat. Mir wurde allerdings irgendwann bewusst, dass sich diese Begeisterung immer nur um „fertige“ Lebensmittel gedreht hat – ihre Zubereitung, ihre Vermarktung, ihr Geschmack oder ihre Wirkung auf den Körper. Die SFYA hat mir die perfekte Möglichkeit geboten, Wissenslücken zu füllen und die Lebensmittelkette von Beginn an zu betrachten. Wo kommen meine Lebensmittel her? Wie werden sie erzeugt? Wer steckt dahinter? Die SFYA serviert den TeilnehmerInnen die buntesten Themen für einen perfekten Rumumschlag auf einem Silbertablett. Superspannend waren auch die unterschiedlichen Blickwinkel der TeilnehmerInnen auf unser Lebensmittelsystem. So wurden verschiedene Herausforderungen und Sorgen, aber auch Handlungsspielräume und Chancen deutlich. Den geballten Input sowie das überragende Netzwerk, das ich durch die Akademie erleben durfte, kann ich definitiv jedem empfehlen.

(c) Foto: Christian Schwier

Giulia Nentwig
Giulia Nentwig
B. Sc. Umweltwissenschaften, Studentin (M.Sc.) nachhaltige Dienstleistungs- und Ernährungswirtschaft, Lebensmittelretterin - Teilnehmerin SFYA 2018

Als Kind bin ich auf die Kirschbäume meines Großvaters geklettert und habe miterlebt, wie er als rüstiger Rentner in seinem Heimatdorf in Italien Olivenbäume bewirtschaftet und Wein im Keller (semiprofessionell) produziert hat. Diese Passion konnte er verfolgen, indem er mit Freunden und Verwandten zusammengearbeitet und seinen Erfahrungsschatz stetig vergrößert hat.

Während meines Bachelorstudiums in Umweltwissenschaften habe ich ein umfassendes Bild davon erhalten, wie wichtig eine biodynamische Landwirtschaft für eine nachhaltige Zukunft unsere Böden und unserer Ernährungsversorgung ist. Ich denke, für einen Wandel hin zu einer gesunden und sich erhaltenden Landwirtschaft, sollten wir aus dem Erfahrungsschatz der Gemeinschaft lernen und sich zusammenschließen, wie es bereits mein Opa gemacht hat.

Die Sow Food Youth Akademie hat mir die Möglichkeit gegeben, im Austausch mit unterschiedlichen Akteuren zu kommen. Nicht nur von spannenden Vorträgen zu lernen, sondern auch von den Akademieteilnehmenden selbst – ein Netzwerk ist entstanden, indem wir Wissen miteinander austauschen können.

Mizgin Dogru
Mizgin Dogru
Bäckerin und Konditorin - Teilnehmerin SFYA 2017

Hallo, mein Name ist Mizgin. Ich bin beruflich Bäckerin und schließe gerade meine zweite Ausbildung zur Konditorin ab. Ich habe damit zwei wunderschöne Handwerksberufe erlernt. Hier kann ich die Ursprünglichkeit der Nahrung mit Brot backen wertschätzen und als Konditorin noch mehr Genuss auf den Teller bringen. Allerdings ließen sich meine persönlichen Vorstellungen von ökologischer Lebensmittelherstellung im traditionellen Handwerk nie ganz verwirklichen. Die handwerkliche Massenproduktion von Törtchen und Brötchen haben mich vieles gelehrt und trotzdem fühlte ich mich oft fehl am Platz, da ich mich mit den Werten die in den Betrieben vertreten wurden nicht gut identifizieren konnte. Umso schöner und inspirierender war die Slow Food Youth Akademie für mich. Andere Lebensmittelhandwerker mit ähnlichen Ideen zu treffen war unglaublich bereichernd. Sehr aufschlussreich war auch das Programm, durch das ich die Ursprünge der Nahrung besser verstehen konnte sowie den globalen, politischen, wirtschaftlichen und vor allen Dingen auch den menschlichen Aspekt, der sich dahinter verbirgt. Auch das Youth Food Movement in Holland kennenzulernen hat mich sehr begeistert. Ich durfte neue Ideen kennenlernen, wie man aus der Öko-Branche heraus auch kooperativ mit konventionellen Betrieben arbeiten kann, um nicht in einer Nische zu verharren. Das Augenmerk dabei auf die Realität der Lebensmittelproduktion im Allgemeinen zu legen und dabei nicht ausschließlich in bio oder konventionell zu kategorisieren, sondern gesamtgesellschaftlich und gemeinsam einen Prozess zu gestalten, ist das woran ich mitwirken möchte.

Foto: © Heinz Sielmann Stiftung 

Inés Lauber
Inés Lauber
Food Design, Konzeption, (Event) Kuratorin, Chef, Aktivistin und Wildkräuter-Fee - Teilnehmerin SFYA 2017

Schon während meines Produktdesign-Studiums hat Esskultur eine große Rolle gespielt, denn alle Abläufe, rund ums Essen sind gestaltet. Oftmals empfinden wir diese Abläufe aber als so alltäglich, dass wir Ihnen wenig Beachtung schenken. Doch gerade um den Speisetisch haben sich über Jahrzehnte Unmengen an Ritualen und Traditionen entwickelt, die für die Kulturgeschichte der Menschheit prägend waren und auch noch sind. Mein Interesse an Esskultur war der Startschuss für die Arbeit mit Lebensmitteln. 

Inzwischen arbeite ich als selbstständige Designerin an der Schnittstelle Esskultur und Gestaltung, bin aber auch im Event-und Catering-Bereich tätig und interessiere mich für alles handwerklich Hergestellte, Traditionen rund ums Essen und das Bewahren von Wissen und Biodiversität. 

Zu Slow Food kam ich schon 2013. Und die Verbding war eigentlich nur logisch, denn früher oder später musste ich auf das Netzwerk aufmerksam werde: die Berliner Food Szene ist noch relativ jung und frisch und Slowfood hat von Anfang an mitgemischt. Über die Markthalle Neun, die ein wichtiger Stützpunkt und Standort für Slowfood Events ist, lernte ich viele Menschen kennen, die ich heute Freunde nenne.

Slow Food bietet mir ein kompetentes Netzwerk, Austausch mit Gleichgesinnten, Raum für Bildung und Weiterentwicklung, Plattform für professionelle und eigene Projekte. 

Die SFYA war eine sehr bereichernde Erfahrung: während der acht Monate habe ich tolle Menschen und deren Projekte aus alles Teilen Deutschlands kennengelernt sowie Wissen zu relevanten Themen vertieft. Ich kann die Akademie mit gutem Gewissen nur weiterempfehlen! 

Foto: © Fabian Grimm 

Ole Syndicus
Ole Syndicus
Food Aktivist - Teilnehmer SFYA 2017

Schon zu Schulzeiten hat mich die landwirtschaftliche Kreislaufwirtschaft so beeindruckt, dass ich eine Zeit lang einen Nachmittag pro Woche auf einem Demeterhof bei Frankfurt mitgearbeitet habe.

Seit dem habe ich viele Höfe besucht, etliche Fragen gestellt, unzählige Diskussionen geführt, tolle Dinge gegessen, einiges selbst zubereitet, alkoholisches und alkoholfreies ausgeschenkt, kreative Speisen serviert, tonnenweise Gemüse gerettet und mich fast täglich mit Konsumentscheidungen auseinandergesetzt.

Die SFYA hat mir einen Einblick in alle Bereiche unseres Ernährungssystems gegeben. Die Referenten waren erstklassig und die Betriebe und Höfe die wir besichtigt haben, gaben uns tolle und positive Einblicke in die Praxis.

Der fast größere Gewinn für mich der SFYA ist das Netzwerk an gleichgesinnten Menschen, die für eine Veränderung unseres Ernährungssystems kämpfen, in ganz Deutschland. Dazu gehören nicht nur die 25 TeilnehmerInnen mit unterschiedlichem Hintergrund aus allen Bereichen, sondern auch die ReferentInnen, Slow Food MitarbeiterInnen, LandwirtInnen, GärtnerInnen, BäckerInnen etc.

Alle diese tollen Menschen kennen zu lernen macht mir Mut. Ich bin motiviert meine berufliche Zukunft der Agrarwende zu widmen und gespannt wie und wo ich meinen Beitrag leisten kann.

Foto: © Lars Bösch 

Kaja Pauline Gleiß
Kaja Pauline Gleiß
Kulturanthropologin (B.A) / Assistenz der Geschäftsführung im Restaurant Club Michel in Frankfurt - Teilnehmerin SFYA 2017

Es war der Slogan VOTE WITH YOUR FORK, der mich seit der bunten Demonstration auf dem letzten Terra Madre Kongress in Turin begleitet und nachhaltig beeindruckt hat. So einfach und doch so schwierig, was Lebensmittel für komplexe Geflechte mit sich bringen. Wo kommen sie her? Auf welcher Erde mit welchen Einflüssen durften sie wachsen? Wie werden sie zubereitet? Und wie gelangen sie dann in meinen Magen? Hektisch nebenbei oder mit Stoffserviette und einem begleitenden Wein?

Mit Lebensmitteln, als Kulturgut, als Merkmal zur Distinktion habe ich mich schon in meiner Bachelorarbeit vor einigen Jahren beschäftigt. Doch für mich sind es die Geschichten hinter den Lebensmitteln, die mich zur Slow Food Youth Akademie gebracht haben und die tatsächlich kennenlernen durften. Dankbar bin ich für die inspirierenden Menschen, die uns Wege gezeigt haben, wie sie arbeiten und Einblicke in ihre Arbeits- und Lebenswelten gegeben haben. Und dankbar bin ich für die tollen Teilnehmer, die stets kritisch fragten und nicht aufhören werden, den Diskurs um gute, saubere und faire Lebensmittel weiter am Laufen halten werden!

Foto: © Privat

Lea Leimann
Lea Leimann
Ökotrophologin BSc, Konditorin, Studentin MSc Sustainable Food and Natural Resources - Teilnehmerin SFYA 2017

Meinen ersten Kuchen habe ich in einem Kinderofen gebacken, der noch heute funktioniert. Der Kuchen war nicht viel größer als eine Untertasse und die Kirschen darin hatte ich vorher vom Baum gepflückt. Wir haben auch winzige Kartoffeln darauf gekocht, die wir im Garten ausgebuddelt hatten. Mit vier Jahren habe ich das erste Mal bei der Weinlese geholfen. Mit einer Bütte, die fast größer war als ich.

Das Thema Essen begeistert mich und zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich bin seit 2009 Mitglied bei Slow Food und inzwischen Ökotrophologin und Konditorin. Ich lebe in Köln und sammle Erfahrungen in Konditorei, Pâtisserie, handwerklicher Eisherstellung und in der gehobenen Gastronomie. Daneben studiere ich seit September einen Master in Sustainable Food and Natural Resources.

Genuss und Freude sind für mich ebenso essentiell beim Essen wie Verantwortung. Daher engagiere ich mich in den Bereichen Solidarische Landwirtschaft, Foodsharing, dem Ernährungsrat und als SFY Leitung für ein zukunftsfähiges Ernährungssystem. 2017 durfte ich als Teil der SFY Akademie gemeinsam mit großartigen Menschen unvergessliche Momente erleben, hinterfragen, lernen und vor allem genießen! Ich bin zuversichtlich, dass wir alle dazu beitragen werden unser Ernährungssystem Stück für Stück zukunftsfähig zu machen!

Foto: © Christian Ahrens und Silvia Steinbach

Josef Piwowarski
Josef Piwowarski
Koch - Teilnehmer SFYA 2017

Ich arbeite zur Zeit als Koch in einem langjährigem Familienbetrieb in dem schönen Passau. Das ‚‘Goldene Schiff’’ ist ein Betrieb in Bewegung und mit viel Historie. Da ich in selbigem Hause auch aufgewachsen bin wurde ich schon früh in verschiedene gastronomische Aufgabenbereiche eingespannt und lernte schnell deren unterschiedlichen Tragweiten kennen. Die abweichenden und immer globaler werdende Hintergründe die das Thema Lebensmittel kulturell und meist analog begleiten entsprechen einer schier unendlichen Kette an interessanter Begegnungen. Diese zu erforschen erfordert viel Eigeninitiative und Hingabe. Bis heute versuchen wir dieser Diversität mit so viel Handwerkskunst und traditionellen Mitteln zu begegnen wie es ökonomisch nur möglich ist. Das brachte uns letztendlich auch zu Slowfood, die uns seit mehreren Jahren in ihrem Genussführer benennen und mich persönlich zur Akademie. Dort lernte ich in verschiedensten kritischen Ausführungen kennen, dass viele Themengebiete ein Studium wert sind und eigentlich in den schulischen und kommerziellen Sektoren viel zu wenig Aufmerksam geschenkt wird. Den Kulturellen, Geschmacklichen, Handwerklichen und Gesundheitlichen Einbußen auf den Grund zu gehen hat sich die Akademie zur Aufgabe gemacht. Die Begegnungen die wir dabei machten gaben mir beruflich sehr viel Anstoß für die Zukunft und verdeutlichten gleichzeitig, dass wir trotz intensiver Auseinandersetzungen oftmals nur die Oberfläche kratzen konnten. Die daraus entstandenen Ambitionen und ein neu geschaffenes strebsames Netzwerk sind ein mutgebender und wichtiger Faktor für Kommendes. Slowfood erschafft eine notwendige und ‚‘gesunde’’ Transparenz zwischen Erzeuger und Verbraucher. Selbiges möchte ich auch in der Gastronomie verwirklichen und den oft vernachlässigten politischen Faktor dieser Branche verdeutlichen. Ich danke allen Veranstaltern und Teilnehmern für die schöne Zeit und das wundervolle Programm.

Foto: © Privat

Sam Schröder
Sam Schröder
Student der Agrarwissenschaften und Genuss Esser - Teilnehmer SFYA 2017

Servus,
Beginnen Wir bei meiner Person. Ich bin 24 Jahre alt und koche und genieße gerne mal ein gutes Essen im Kreise meiner Freunde/Familie. Ich bin kein gebürtiger Bayer, aber genieße das Leben im Freistaat schon länger. Momentan studiere ich an der TU München, Standort Freising Agrarwissenschaften Schwerpunkt Ökonomie.

Mein Bezug zu Lebensmitteln ist simple: Emotional ist ein Lebensmittel für mich-je nach Qualität- ein Genuss für das Auge, die Nase und den Gaumen. Ob zubereitet oder nicht zubereitet so kann ein Lebensmittel mich glücklich machen, sofern seine Qualität stimmt.

Während der SFY Akademie konnte ich mich noch intensiver mit der Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln beschäftigen. Dabei haben mir vor allem die praktische Erfahrung und gemütlichen Experten Gespräche gefallen, in denen man seine eigenen Meinungen einbringen konnte. Des Weiteren waren der Vielfalt der Teilnehmer und ihre Meinungen zu „guten“ und „fairen“ Lebensmitteln sehr interessant. Auf dem Bild seht ihr mich beim wursten bei dem Schlachthof der BESH – eine der interessantesten Orte die wir besuchen durften.

Momentan interessieren mich die (nachhaltige) Wertschöpfungskette (Herstellung/Produktion/Verarbeitung) von landwirtschaftlichen Lebensmitteln und die Fragen von Qualität und Qualitätssicherung sowie deren Vermarktung vor allem bei klein bäuerlicher Erzeugung und wie diese verbessert werden kann.
Ich kann nur allen empfehlen sich mit der Herkunft ihrer Lebensmittel auseinander zu setzen und selber zu einem „Changemaker“ zu werden.

Foto: © Slow Food Archiv

Sara Alea Fröhlen
Sara Alea Fröhlen
Food Management Studentin - Teilnehmerin SFYA 2017

Ich bin Sara, 22 und Food Management Studentin. Warum Slow Food? Mein sehr ökonomisch ausgerichtetes Studium lößte in mir das Gefühl aus, dass reine Prozessoptimierungs- und Gewinngedanke nicht das wahre ist. Wo bleibt die Leidenschaft? Wo bleibt die Natur? Essen bzw. Lebensmittel waren für mich immer schon ein sehr emotionales Thema und der wirtschaftliche Umgang mit diesem Thema innerhalb meines Studiums machte mich sehr unglücklich. Ein Ventil musste her. Mein Praktikum bei Hans-Georg Pestkas Unternehmen die Genusshandwerker war daher die perfekte Verbindung. Dankbarer Weise nahm mich Hans-Georg 2015 dann mit auf die Terra Madre Giovani in Mailand mit und dort lernte ich Slow Food und auch Italien dann kennen und Lieben. Ich fühlte mich in dem Netzwerk an leidenschaftlichen Food-Liebhabern aus der ganzen Welt zuhause. Seitdem versuche ich die Werte von Slow Food nicht nur in mein tägliches Leben sondern auch in meinen Beruflichen Werdegang einzubauen. Nicht nur habe ich durch Slow Food einen Ort gefunden, um meiner Leidenschaft für gutes, faires, sauberes Essen auszuleben, sondern habe Freunde gefunden, die mit mir in die selbe Richtung schauen. Dabei habe ich tolle Erfahrungen und Ideen gesammelt, eine bessere Zukunft zu kreieren und aktiv zu werden. Dieses Netzwerk macht Slow Food für mich aus. Wohin es mich in Zukunft treibt weiß ich nicht, aber was ich weiß ist, dass Slow Food mich begleiten wird. Ich bin dankbar ein Teil der Akademie gewesen zu sein. Die gesammelten Eindrücke und das gelernte werde ich mitnehmen.

Foto: © Privat

Ronja Schichl
Ronja Schichl
Konditorin - Teilnehmerin SFYA 2017

Ich bin Ronja, aus Berlin und Konditorin. Ich beschäftige mich tagtäglich mit Lebensmitteln, ihrer Zubereitung und meine Gedanken kreisen sehr viel um das Essen. Zum einen beruflich. Was kann ich aus diesen Zutaten zaubern? Wie kann ich diese Lebensmittel verarbeiten? Wie lagere ich sie am besten? Was ist ein gerechter Umgang mit ihnen? Wie kann ich in der Konditorei nachhaltig handeln? Wie könnte man nachhaltige Konditoreiprodukte gestalten? Aber auch privat dreht sich bei mir fast alles ums Kochen, Einkaufen, Ernährung und den Umgang damit in unserer Gesellschaft. Wie kann ich was ändern? Wie kann ich alle, wirklich alle meine Reste zuhause verwerten, um nichts wegzuwerfen? Welches Gemüse wächst zu dieser Jahreszeit eigentlich? Und was kann ich daraus machen? Aber noch viel wichtiger: Wie kann man immer mehr Menschen dazubewegen sich für gutes, sauberes, faires Essen zu begeistern? Und was wird aus unserer Welt, wenn alle so weiter handeln wie bisher?
Dieses Jahr nehme ich an der SlowFoodYouthAkademie teil und die Wochenende bereichern mich sehr und stoßen immer wieder neue Gedanken an. Ich freue mich darüber ein Teil dieser tollen Gruppen sein zu können und von den Inhalten, aber auch von dem zu profitieren, was jeder einzelne von uns mitbringt.

Foto: © Privat

Lotta de Carlo
Lotta de Carlo
Ehrenamtliche Mitarbeit beim 2000m2 Weltacker und Restlos Glücklich - Teilnehmerin SFYA 2017

Seit Abschluss meines Studiums in Globale Ernährungssicherung und Gesundheit vor knapp zwei Jahren, arbeite und engagiere ich mich in unterschiedlichen Projekten im Bereich der Ernährungspolitik. Mein Herzensprojekt ist der Weltacker in Berlin: Auf einer Fläche von 2000m2 zeigen wir, was auf den Äckern der wächst und wie sich unsere unterschiedlichen Ernährungsweisen auf die globale Landnutzung auswirken. Da ich der Arbeit von Slow Food schon seit einigen Jahren folge, hat mich die Slow Food Youth Akademie gleich sehr neugierig gemacht. Welternährung war das Thema meines Studiums und ich habe mich mit globalen Handelsketten sowie mit Lebensmittelsystemen in Nepal, Mikronesien und Finnland beschäftigt, nicht aber mit dem Deutschen.

Die Slow Food Youth Akademie hat mir genau dies versprochen: Einen tiefen Einblick in unser Lebensmittelsystem in Deutschland zu bekommen Und meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht! Wir hatten die einzigartige Möglichkeit Frauen und Männer aus Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk und Politik zu treffen, mit ihnen zu diskutieren und ihre Betriebe zu besuchen. Neben theoretischem Input, praktischen Workshops und einer Fülle an Inspiration konnten wir eine regionale Spezialitäten kennenlernen und natürlich auch probieren. Hmmmm!

Hanna Molle
Hanna Molle
Öko-Landwirtschaft Studentin - Teilnehmerin SFYA 2017

Hey, ich bin Hanna! Gute Lebensmittel und Landwirtschaft gehören für mich zusammen. Dabei spielte meine Familie eine große Rolle: Auf dem Hof meines Onkels habe ich als Kind die schönsten Ferien gehabt und im Bauerngarten meiner Großeltern konnten wir Kinder naschen. Mit meinem Studium „Ökolandbau&Vermarktung“ in Eberswalde habe ich an die Familiengeschichte angeknüpft. Seit ein paar Jahren baue ich hier mit Freunden Obst und Gemüse an. Ich stehe vollkommen hinter Biolandwirtschaft und setze mich für gesunde, nachhaltige Lebensmittel sowie ein „gesundes“ Wirtschaftssystem ein, welches das Wohl und den Wert von Mensch, Tier und Umwelt achtet. Dabei ist ein Verständnis für die Gesamtzusammenhänge elementar, was mich zur SFYA gebracht hat. Die globale Perspektive wie auch die einzelnen Unternehmens- und Betriebskreisläufe wurden in der Akademie gut dargestellt und haben mir weitere Blickwinkel eröffnet. Das Erlebte in der SFYA hat auch viele Fragen aufgeworfen. Jetzt geht’s darum, eigene Antworten zu finden und zu leben!

Foto: © Fabian Grimm

Sebastian Junge
Sebastian Junge
Koch - Teilnehmer SFYA 2017

Ein Koch, ich meine ein guter Koch, ist ein göttliches Wesen“. So sagte es Voltaire. Ob ich so weit gehen möchte sei einmal dahingestellt. Halbgott, das wäre vielleicht ein Kompromiss den ich augenzwinkernd eingehen könnte. Jedoch ist die Zahl guter Köche rar. Gute Köche zeichnen sich nicht zwangsläufig durch errungene Preise, Kochhauben oder Sterne aus, sondern durch Produktliebe, Kenntnis, Achtung aller am Prozess beteiligten, sowie der Weitsicht, welchen Einfluss sein eigenes Handeln hat.
Mein Name ist Sebastian Junge, ich bin 30 Jahre alt, Koch und Aktivist für umweltgerechte und nachhaltige Genusskultur und komme aus Hamburg. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt ein guter Koch zu sein. Essen ist politisch und ich versuche hier meinen Einfluss zu üben, sowohl im privaten als auch im beruflichen Alltag. Durch meine Mitgliedschaft bei Slow Food bin ich auf die Slow Food Youth Akademie aufmerksam geworden. Die Akademie hat mir einen noch besseren Einblick in die Prozesse unseres Lebensmittelsystems gegeben und mich auf verschiedenen Ebenen bereichert. In vielen Gesprächen, Diskussionen und Vorträgen haben wir erörtert für welche Nahrungsmittelproduktion wir uns einsetzen und kämpfen wollen. Unbeschreiblich wertvoll war die Akademie Zeit und ich möchte es jedem weiterempfehlem und mich ausdrücklich bei allen bedanken, die diese spannende Zeit möglich gemacht haben.

Foto: © Privat

Stephanie Schreiner
Stephanie Schreiner
in der Ausbildung zur Köchin - Teilnehmerin SFYA 2017

Mein Name ist Stephanie Schreiner, ich bin 18 Jahre alt und komme aus einem kleinen Dorf mit dem Namen Bischofsgrün im Fichtelgebirge.

Bedingt durch meine Eltern bin ich glücklicherweise mit der Gastronomie aufgewachsen und habe sie von Grund auf kennen und lieben gelernt. Von klein auf war mein Traum in die Fußstapfen meiner Eltern zu treten und es genau wie sie zu schaffen, mich mit meinem eigenen Restaurant oder Hotel selbstständig zu machen. Der erste Schritt auf dem Weg zu meinem Ziel ist die Ausbildung zur Köchin, welcher noch zwei Ausbildungen folgen sollen.

Für mich sind Lebensmittel nicht nur ein Mittel zum Leben, sondern ein Lebensinhalt. Sie sind ebenfalls Genussmittel für die man dankbar sein und mit denen man respektvoll umgehen sollte, vor allem wenn es sich um Tiere handelt, die für uns gestorben sind. Es ist meines Erachtens sehr wichtig, darauf zu achten nichts von diesem wegzuschmeißen, sondern das Beste aus jedem Teil zu machen.

Dadurch, dass ich mich auch neben der Arbeit versuche mit Fachbüchern und Schulungen weiterzubilden, stellte die Akademie einen weiteren lehrreichen Baustein für mein Ziel dar. Hier bekam ich Einblicke in die verschiedensten Bereiche der Lebensmittelentstehung bis zum Ursprung . Jedoch war mein persönliches Hauptziel zu lernen und zu sehen, wie man den SlowFood-Gedanken, nicht nur als Privatperson, sondern auch in der Gastronomie in die Praxis umsetzen kann. Denn das ist nicht einfach. 

Durch die SFYA wurde mein Bewusstsein gegenüber Lebensmitteln weiter gerstärkt und mir selbst wurde erstmals richtig bewusst WAS zum Teil heutzutage gegessen wird – wie viel Chemie und Züchtung in unseren Nahrungsmitteln stecken und was für ein riesiger Unterschied zwischen „Ur-Lebensmitteln“ und den Produkten besteht, welche in den heutigen Supermärkten angeboten werden. Ich nehme das ganze als wichtige Erfahrung mit und werde weiterhin versuchen das Gelernte weiterzugeben und umzusetzen.

Katrin Simonis
Katrin Simonis
B.Sc. Psychologie / E-commerce Quereinstieg / Website Produktmanager bei Coffee Circle / Back-to-the-roots Foodie / Aiming for change-maker - Teilnehmerin SFYA 2017

Ich möchte dem Ursprung unserer Lebensmittel auf den Grund gehen. Schon länger faszinieren mich alte Handwerke wie das Brotbacken mit Sauerteig, die Imkerei, traditionelle Einmach- und Konservierungsmethoden, essbare Wildpflanzen und Pilze, gärtnern, kochen, weiterverarbeiten. Wer gutes Essen liebt, der stellt sich irgendwann die Frage nach dem Ursprung und die Frage nach dem wo, wie und warum. Für mich ist gutes Essen nicht nur lecker sondern auch sauber und fair. Ich möchte wissen, wer die Lebensmittel produziert, die ich esse und verstehen, unter welchen Umständen sie entstanden sind. Ich möchte mehr über unsere Landwirtschaft erfahren, Produzenten kennenlernen und Höfe besuchen.

Während unserer Akademie habe ich nicht nur vielseitige Einblicke in unser Lebensmittelsystem gewinnen können sondern auch viele tolle Menschen mit verschiedensten Hintergründen und Wissensgebieten kennengelernt. Wir haben nachgefragt, diskutiert und zusammen Ideen erarbeitet. Die Akademie hat mir gezeigt, dass es sich lohnt, sich für einen Wandel im Lebensmittelsystem zu engagieren.

Foto: © Fabian Grimm

Paul Fankhänel
Paul Fankhänel
Projektleiter im IT Umfeld, Hobbygärtner, Sauerteigbäcker - Teilnehmer SFYA 2017

Ich bin naturnaher Gärtner, Sauerteigbäcker und IT Spezialist. Aktuell bin ich im Bereich eCommerce/ Webshop als Projektleiter tätig.
Studiert habe ich Wirtschaftsingenieurwesen. In meiner Arbeitsumgebung habe ich nur wenig Bezug zu Lebensmitteln .

Durch meine Freude an regional und saisonalem Essen versuche ich andere um mich herum zum Nachahmen anzuregen und dazu zu motivieren Prozesse zu hinterfragen. Ich backe fast wöchentlich für meine Freundin und mich ein Sauerteigbrot, koche viel mit Zutaten aus dem eigenen Garten und oder aus der näheren Umgebung.

Von derSFYA habe ich mir erhofft, ein Netzwerk zu finden, indem konstruktive und inspirierende Pläne für die Zukunft geschmiedet werden.Und tatsächlich hat die SFYA ein grundlegendes Fundament dafür bereitgestellt. Nicht nur, dass die Mitglieder alle sehr aufgeschlossen sind, in jedem einzelnen schlummern auch zig Ideen für eine schöne, gemeinschaftliche und soziale Zukunft.

Auch wenn es sich anfühlt, als würden wir uns bei der Akademie in einer Art „Blase“ bewegen, hat mir die Zeit einen Funken Hoffnung geschenkt – für die Gegenwart ebenso wie für dieZukunft , dass nicht alles so weitergehen wird wie bisher!

Sebastian Geißler
Sebastian Geißler
Winzer, Leiter der Weinabteilung, Schulleiter Ländliche Heimvolkshochsule Lauda - Teilnehmer SFYA 2017

Hallo ihr Lieben, ich bin Sebastian Geißler, Jahrgang 1987 und komme aus Assamstadt im nördlichen Baden-Württemberg. Als Winzer und Önologe durfte ich schon viel mit einzigartigen Lebensmitteln in Berührung kommen. Ich habe gelernt, ein Stück Natur in ein Weinglas zu bringen. Durch Erfahrung, Verständnis, Liebe, Leidenschaft und Freude hat mein Winzerberuf ein Stück weit dazu beigetragen, dass ich der bin, der ich bin. Aber auch Krankheiten in jungen Jahren gaben mir Anlass, mich schon früh mit Lebensmitteln zu beschäftigen . Was dient mir und meiner Gesundheit? Ist man das was man isst? Lebensmittel sind meine ständigen Begleiter und zeigen mir als feinfühlige Person auf, was mir dienlich ist oder was nicht.

Als ich den Aufruf zur SFYA lass, zögerte ich zuerst, doch dann war mir klar: Da muss ich dabei sein. Eine Akadamie,bei der junge Menschen zusammenkommen, um die Ernährungswelt besser kennenzulernen, da darf ich nicht fehlen.

Die Akademie hat mir gezeigt, dass vieles was in dieser Welt geschieht, nach einem Schema und System läuft, über daswir mitentscheiden. Wie leben wir jetzt und in der Zukunft? Wie ernähren wir uns, was konsumieren wirund warum? Welche Rolle spielt jeder einzelne von uns?

Ich konnte selbst Fragen stellen, Antworten sammeln und durch die Akadamie wachsen. Dafür bin ich sehr dankbar. Darüber hinaus bin ich sehr dankbar für die tollen Freundschaften die entstanden sind und, dass wir auch nach Abschluss der Akademie Kontakt halten und unser Netzwerk vertiefen.

Dennis Griesbach
Dennis Griesbach
Koch in der Bio Großküche Rebional - Teilnehmer SFYA 2017

Ich bin Dennis Griesbach, 26 Jahre alt und arbeite als Koch in der Bio-Großküche „Rebional“ in Herdecke.

Ich liebe es andere Leute mit meinem Essen glücklich zu machen. Schokolade macht glücklich! Deshalb ist Mousse au Chocolat eins meiner Lieblingsgerichte – egal ob ich sie für andere herstelle oder selbst esse.

Als mein Chef mich gefragt hat, ob ich bei der Akademie mitmachen möchte, habe ich mich sehr gefreut. Ich möchte mich selber weiterbilden und mehr über die Hintergründe der Lebensmittel erfahren und dies an meine Arbeitskollegen weitergeben.

Begeistert bin ich davon, so viele verschiedene Menschen und deren Perspektiven aus unterschiedlichen Bereichen kennenzulernen. Wir lernen sehr praxisnah die Ursprünge natürlicher Produkte kennen und bekommen viel Expertenwissen von den Produzenten vermittelt.

Foto: © Privat

Janina Hielscher
Janina Hielscher
Oecotrophololgie Studentin und Slow Food Aktivistin - Teilnehmerin SFYA 2017

Ich bin Janina Hielscher, 25 Jahre, Vollblut Slow Foodie und Oecotrophologin aus Münster. Ich studiere im Master Nachhaltige Ernährungs- und Dienstleistungswirtschaft und leite die Slow Food Youth Gruppe in Münster. Ich liebe Essen und kochen, besonders mit ganz viel Knoblauch! Ich koche selten nach Rezept und gerne mit meinen Freunden. Dabei lasse ich mich überraschen, was am Ende auf dem Teller landet. Gegarte Radieschen sind gerade meine neuste Entdeckung.

Eine nachhaltige Veränderung unseres Lebensmittelsystem ist unvermeidbar. Dafür müssen wir uns selbst zuerst bilden, um die anderen Menschen in unserer Gesellschaft für eine gute, saubere und faire Esskultur zu begeistern. Ich finde es sehr bereichernd, dass alle Teilnehmer der Akademie einen anderen Bezug zum Thema haben, so dass wir unglaublich viel voneinander lernen .

Die verschiedenen Dozenten haben mir vermittelt, an welchen Stellen es anzupacken gilt und, dass wir niemals aufhören dürfen zu hinterfragen. Die Produzenten haben mir gezeigt, dass es sich lohnt für die eigenen Ideale einzustehen, auch wenn das mit Herausforderungen verbunden ist. Durch die Akademie merke ich, dass ich nicht alleine , sondern mit vielen anderen auf dem Weg zur Veränderung unterwegs bin. Legen wir los!

Foto: © Fabian Grimm

Romy Marquart
Romy Marquart
Kreativgemeinschaft & Gastronomie Fettschmelze - Teilnehmerin SFYA 2017

Am liebsten rede ich über Essen, also alles was mit dem Thema Essen zu tun hat: Herkunft, Produktion und Anbau, Handel, Konsum und Genuss von Lebensmitteln.

Ich liebe es in der Küche kreativ zu sein und als Gastgeber zu agieren. Genauso gerne sitze ich auf der anderen Seite. Wenn ich auf Reisen bin sind für mich v. a. das Essen und die lokalen Gemüse und Fruchtsorten von Interesse, danach erst alles andere.Esskultur ist nun mal ein bedeutender Teil von Kultur. Wenn ich begeistert bin dann meistens weil ich ein phänomenal tolles Ereignis rund ums Essen hatte: einen Kochkurs in Thailand, ein frisch gefangener und zubereiteter Fisch in Brasilien, Skyr im Porridge in Dänemark oder Salsicce in der Toskana.

Durch den Austausch mit Gleichgesinnten in der Akademie ist ein tieferes Verständnis für die akuten Probleme unseres Ernährungssystems entstanden. Eine Frage, die wir uns immer wieder stellten:

Wie können wir als junge Generation dazu beitragen ein gutes, sauberes und faires Lebensmittelsystem zu etablieren?

Klar wurde irgendwann: Fertige Lösungen aus dem Regal gibt es nicht,aber viele kleine Initiativen!

Tolle Einblicke bei Produzenten, spannende Diskussionen, die manchmal den Zeitplan verschoben, Möwenkreischen am Morgen und immer fabelhaftes Essen mit Freunden – das war die Akademie für mich. So viele unterschiedliche Menschen und Erfahrungen und doch: Alle vereint der Wunsch nach Wandel. Das hat mich inspiriert und stärkt mir den Rücken: Wir sind nicht allein und können wirklich was bewegen!

„Einfach Machen!“ – loslegen, ausprobieren, Lösungen finden!

Foto: © Fabian Grimm

Anna Bertram
Anna Bertram
Studentin der Agrarwissenschaften - Teilnehmerin SFYA 2017

Ich bin Anna, 25 Jahre und studiere Öko-Agrarmanagement. Aufgewachsen bin ich auf dem Land und habe schnell festgestellt, dass Gemüse frisch aus der Erde am besten schmeckt. So wuchs bei mir das Interesse an möglichst frischen und nicht industriell weiterverarbeiteten Produkten. Die vielseitige Mitarbeit auf landwirtschaftlichen Betrieben und in der Vermarktung bereitet mir immer wieder Freude, zeigt mir aber auch die Herausforderungen kleinbäuerlicher und handwerklicher Betriebe. 

Bei der SFYA mache ich mit, um Möglichkeiten zu finden diese Herausforderungen zu meistern. Außerdem interessiert mich, wie die Lebensmittel nach dem Anbau verwendet werden. Was macht ein gutes Lebensmittel für den Koch und den Konditor aus, wie können wir Lebensmittelverschwendung vermeiden und wie verarbeite ich sie selbst weiter, so dass es gut schmeckt?

Viele dieser Themen waren Teil der Akademie. Mir ist dabei noch einmal bewusst geworden, wie groß der Handlungsbedarf im Bereich Wertschätzung und Zukunftsfähigkeit des Lebensmittelsystems ist. Während der Akademie habe ich viele interessante Akteure kennengelernt, sowohl unter denReferenten als auch unter den anderen Teilnehmern. Zu sehen, wie sich jeder auf seine Weise engagiert, hat mich jedes Akademiewochenende aufs Neue inspiriert und motiviert die Art und das System, wie wir Nahrung produzieren und konsumieren besser zu gestalten!

 Foto: © Fabian Grimm

Marion Winkler
Marion Winkler
Junior Consultant Kommunikationsberatung Klaus Braun - Teilnehmerin SFYA 2017

Wer selbst auf dem Wochenmarkt beim Biostand einkaufen geht, weiß, dass es hier immer grüne “Napf“-Kisten gibt. Diese begleiten mich schon von Anfang an und enthalten immer die leckersten Lebensmittel, die mir teilweise nach Hause geliefert werden oder ich in meinem Beruf verkaufe.
Aber nicht nur beruflich beschäftige ich mich mit Lebensmitteln, auch im Alltag drehen sich viele meiner Gedanken um Essen. Zum einen bereitet mir das Kochen sehr viel Freude, aber auch das Auseinandersetzten mit Themen im Lebensmittelbereich. So versuche ich zum Beispiel meine Ernährung vor allem regional und nachhaltig zu gestalten, das fasziniert mich. Wir Konsumenten und Verbraucher haben nämlich den größten Einfluss darauf, was im Supermarkt angeboten wird
In der Slow Food Youth Akademie, haben wir uns mit sehr vielen verschieden Themen kritisch auseinandergesetzt und mit Experten spannende und anregende Diskussionen geführt. Auch mit anderen Teilnehmer, die das Lebensmittelsystem verändern wollen, konnten wir vor allem durch unsere unterschiedlichen Hintergründe aus Gastronomie, Landwirtschaft und noch vieles mehr, sehr viel Wissen untereinander austauschen, neue Ideen und Anregungen gewinnen. 
Die Slow Food Akademie hat vor allem eine Menge Spaß gemacht, aber nicht nur zum Spaß! Denn es war eindeutig spürbar, dass wir alle zusammen das Lebensmittelsystem verändern wollen, um die Welt besser zu ernähren.

Foto: © Fabian Grimm


Hauptförderer:                                                                   Förderer:

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