Unser Expertenpool

ERÖFFNUNGSWOCHENENDE  
Dr. Ursula Hudson – Vorstandsvorsitzende von Slow Food Deutschland

Dr. Ursula Hudson ist Vorstandsvorsitzende von Slow Food Deutschland und Mitglied des Vorstands von Slow Food International. Neben den Themen Kunst und Design zu Beginn des 20. Jahrhunderts behandelt die Kulturwissenschaftlerin und Autorin in ihren Veröffentlichungen und Vorträgen vor allem das Thema Essen, dessen Geschichte und Kultur, die Regionalität von Lebensmitteln und die kulinarische Bildung.
Nach ihrer Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrte Dr. Ursula Hudson zunächst an der Universität Bayreuth im Fachgebiet Interkulturelle Germanistik und im Anschluss daran an den Universitäten von Cambridge und Oxford. Neben ihrer freiberuflichen Forschungs- und Autorentätigkeit ist sie Mitglied der Beratergruppe der Welthungerhilfe sowie Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik e.V., deren Geschäftsführerin sie von 2006 bis 2008 war. Seit 2010 gehört sie dem Vorstand von Slow Food Deutschland an; seit 2011 ist sie dessen Erste Vorsitzende.

Frederik Schulze-Hamann – Mitglied des Vorstands von Slow Food Deutschland

Frederik Schulze-Hamann ist Mitglied des Vorstands von Slow Food Deutschland und vertritt dort u.a. die
Interessen von Slow Food Youth. Er studierte Governance and Public Policy- Staatswissenschaften(BA) mit einem Schwerpunkt in Geschichte an der Universität Passau und ist derzeit Student des Master-Programms Global History an Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin.

Praktische Erfahrungen zu nachhaltigkeits- und regionalpolitischen Themen sammelte er u.a. im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und län
dliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, im Europäischen Parlament in Brüssel und im gastronomischen Familienunternehmen in Schleswig-Holstein, welches sich auf die Bewahrung und Entwicklung regionales Esskultur, traditionellen Lebensmittelhandwerks und nachhaltiger Landwirtschaft ausgerichtet hat.

Seit 2016 gehört der dem Vorstand von Slow Food Deutschland an, sein Aufgabenschwerpunkt liegt im Bereich globale Bildungsarbeit zum Lebensmittelsystem.

Dr. Wilfried Bommert – Mitglied und Sprecher des Vorstands des Instituts für Welternährung

Dr. Wilfried Bommert studierte Agrarwissenschaften an der Universität Bonn. 1977 wurde er dort promoviert. Seit 1979 arbeitete er als Fach-Journalist beim Westdeutschen Rundfunk.
Als Leiter der ersten Umweltredaktion im WDR-Hörfunk beschäftigt er sich mit den Themen Welternährung, Weltbevölkerung, Klima und Klimawandel. 2009 erschien sein Buch “Kein Brot für die Welt, die Zukunft der Welternährung“, in dem er das Spannungsfeld zwi
schen wachsender Nachfrage, schrumpfenden Ressourcen und zunehmenden Konflikten auf den Nahrungsmittelmärkten analysiert.

In seinem 2012 veröffentlichten Buch „Bodenrausch, die globale Jagd auf die Äcker der Welt“zeigt er, wie das globale Finanzkapital auf das Land und die Lebensmittelmärkte weltweit zugreift, und damit sowohl die bäuerliche Kultur als auch die Welternährung einem Abgrund zu treibt. 2014 schrieb er unter dem Titel“ Brot und Backstein, Wer ernährt die Städte der Zukunft?“ einen Mutmacher für alle, die ihre Ernährung wieder selbst in die Hand nehmen wollen.

Dr. Harald Lemke – Direktor und Wissenschaftliche Leitung des Internationalen Forums Gastrosophie

Direktor und Wissenschaftliche Leitung des Internationalen Forums Gastrosophie (www.gastrosophie.net); lehrt Philosophie u.a. am Zentrum für Gastrosophie, Universität Salzburg; der Universität für Gastronomische Wissenschaften Pollenzo, Italien sowie der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Weitere Gastprofessuren: Department of Urban Management, Universität Kyoto; Department of Philosophy, East China Normal University Shanghai. Er ist Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutschen Bundesumweltstiftung sowie der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Universitäre Ausbildung (Studium, Promotion, Habilitation) an den Universitäten: Konstanz, Hamburg, Berlin, Magdeburg, Frankfurt, Berkeley, Lüneburg. Aktiv in „Die Keimzelle“, Gartenprojekt St. Pauli (www.diekeimzelle.de) sowie der „TomatenretterSubsistenz-Gruppe“ am Hof vorm Deich, Hamburg (www.tomatenretter.de).

Prof. Dr. Gunther Hirschfelder – Kulturanthropologe und Volkskundler

Gunther Hirschfelder studierte an der Universität Bonn von 1980 bis 1982 Agrarwissenschaften und bis 1988 Rheinische Landesgeschichte, Volkskunde, Politikwissenschaft und Geschichtswissenschaft. Er ist seit 2010 Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg. Anschließend studierte er mit einem Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung an der Universität Trier und wurde 1992 mit der Arbeit Die Kölner Handelsbeziehungen im Spätmittelalter zum Dr. phil. promoviert.

Gunther Hirschfelder ist Dozent der Deutschen Akademie für Kulinaristik, Vertrauensdozent derFriedrich-Ebert-Stiftung, Mitglied im Bergischen Geschichtsverein und in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde. Er begleitet Wissensformate in Fernseh- und Hörfunk-Beiträgen.

Cinzia Scaffidi – Mitglied des Vorstandes von Slow Food Italien und ehemalige Studienleiterin des Studienzentrums von Slow Food International

Im Jahr 1992 begann sie bei Slow Food zu arbeiten. Vorher war sie als Journalistin und im Bereich der internationalen Zusammenarbeit tätig
und unterrichtete. Nachdem sie als Chefredakteurin des Slow-Food-Magazins zu arbeiten begann, beteiligte sie sich außerdem auch an der inhaltlichen Gestaltung und Umsetzung der Webseite der Slow-Food-Bewegung. Im Jahr 2000 war sie für den Slow-Food-Preis zum Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich und seit 2004 ist sie eine der Koordinatoren des Terra Madre Treffens. Sie ist Mitglied des Nationalrates und des Vorstandes von Slow Food Italien und leitete für viele Jahre das Studienzentrum von Slow Food. Sie lehrt „Interdisziplinarität der Gastronomie“ an der Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo.

 

Daniel Wehmeyer – Landwirte und Bio-Rinderzüchter

Daniel Wehmeyer erhielt den Bundespreis Ökologischer Landbau 2016 in der Rubrik „Gesamtbetriebliche Konzeption“ in Osterode am Harz mit seiner Bio-Rinderzucht Harzer Rotes Höhenvieh. Als Neueinsteiger ohne landwirtschaftlichen Hintergrund baute Wehmeyer in we
nigen Jahren einen erfolgreichen Betrieb auf. Wichtigster Betriebszweig ist seine Rinderherde mit 240 Tieren der seltenen Rasse.

Herr Wehmeyer vermarktet Biofleisch- und Wurstwaren. Zudem ist er Pionier bei der Erzeugung standorttypischer Bergwiesen Grassamen, die er selbst erntet und die für Renaturierungsflächen in der Region genutzt werden und bei dem Aufbau seiner eigenen Speiselinsenmarke.

 

WOCHENENDE GETREIDE UND BODENFRUCHTBARKEIT 

 

Prof. Dr. Dr. Karl Stahr – Universität Hohenheim Institut für Bodenkunde und Standortslehre

Herr Stahr studierte Geologie an der Universität Stuttgart mit dem Abschluss als Diplomgeologe 1969. Nach einer dreijährigen Doktorandenzeit im Institut für Bodenkunde der Universität Hohenheim promovierte er 1972 an der Universität Stuttgart zum Dr. rer. nat.. Danach wechselte er als wissenschaftlicher Assistent an das Institut für Bodenkunde und Waldernährung an die Universität Freiburg im Breisgau. Die Habilitation mit Venia legendi in Bodenkunde erfolgte 1979 in Freiburg, wo er zum Privatdozenten ernannt wurde. Im Jahr 1980 nahm Herr Stahr den Ruf als Professor für Regionale Bodenkunde am Institut für Ökologie der TU Berlin an, 1988 folgte er dem Ruf als Professor für Allgemeine Bodenkunde mit Gesteinskunde an die Universität Hohenheim. Diese Funktion übte er bis zur Emeritierung 2010 aus.

Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Leistung sind unter anderem Bodenentwicklung – einschließlich Paläoböden in Südwestdeutschland, Bodenmineralogie, insbesondere seltene Bodenminerale, Entwicklung des Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalts in Agrarökosystemen und die Emission klimarelevanter Gase aus Böden. Er war Kommissions-Vorsitzender, Vizepräsident und Präsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, Kommissions-Vorsitzender und Stellvertreter der Internationalen Bodenkundlichen Union, Generaldirektor und Stellvertreter des Instituts für Bodenkunde und Standortslehre, Dekan der Fakultät Pflanzenproduktion und Landschaftsökologie und Prodekan der Fakultät Agrarwissenschaften.

Daniel Diehl – Bodenexperte bei Slow Food Deutschland

Als interdisziplinär ausgebildeter Agrarwissenschaftler mit Studium der Bodenwissenschaften in Hohenheim (Stuttgart) und Sozialwissenschaften in Wageningen (Niederlande) widmet er sich mit dem Wissen über Agrar-Ökosysteme. Dazu arbeitete er in den letzten 15 Jahren mit Bäuerinnen und Bauern in Äthiopien, Indien, Philippinen, Jamaika und Kambodscha, war in der Forschung tätig und für zivil-gesellschaftliche Organisationen und Projekten, wie dem Weltacker der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, der Kampagne meine Landwirtschaft und dem Traineeprogramm Ökolandbau der Stiftung Ökologie und Landbau aktiv. Nach einem Einsatz als Entwicklungshelfer leitet er seit 2 Jahren das entwicklungspolitischen Bildungsprojekt Boden Begreifen für Slow Food Deutschland. Boden Begreifen ist ein außerschulische Bildungsangebot für Berliner und Brandenburger Schulen, das Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen vier bis acht eine unmittelbare Begegnung und Beschäftigung mit Landwirtschaft und Boden ermöglicht.

Hartmut Heilmann – Freier Forscher für ökologischen Landbau und Standortphysiologie

Herr Heilmann ist Dipl. Ing. agr. und freier Forscher für ökologischen Landbau und Standortphysiologie. Er hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Schulung und Beratung im Ökologischen Land- und Gartenbau. Nach seinem Abschluss als Agrarwissenschaftler mit Spezialisierung in landwirtschaftlicher Betriebslehre und Systemwissenschaften war Herr Heilmann in der landwirtschaftlichen Praxis beschäftigt. Anfang der 80er Jahre wurde er pädagogischer Leiter der Bauernschule Hohenlohe, einer ländlichen Heimvolkshochschule in Kirchberg–Weckelweiler.
Zur Zeit ist er Vorstandsvorsitzender der Bauernschule Hohenlohe und Vorstand der Gesellschaft für Boden, Technik, Qualität (BTQ). Er war mehr als 10 Jahren Lehrbeauftragter für ökologischen Landbau an der FH Weihenstephan und kooperierte mit Universitäten und Bundesforschungsanstalten in Deutschland, der Akademie der Wissenschaften der Slowakei, der Forstuniversität Zvolen, der Universität Hassan II in Casablanca, Marokko usw. Herr Heilmann hat verschiedene Projekte betreut, wie z.B. das Projekt „Bodenbürtige energetische Pflanzenwachstumsfaktoren“ am biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieb Endeholz der HB Stiftung Berneburg und hat landwirtschaftliche Forschungen betrieben, bei denen er z.B. die autoregulative pH-Wert-Normalisierung des Bodens und den elektrochemischen Düngungseffekt entdeckt hat.

David Gerstmeier – Gründer und Geschäftsleiter der Demeter-Imkerei Summtgart

David Gerstmeier ist zusammen mit Tobias Miltenberger Gründer der Demeter-Imkerei Summtgart. David ist Imkermeister und Gartenbaulehrer und hat Erfahrungen in Berufsimkereien in Deutschland und in Afrika gesammelt.

Mit dem Namen Summtgart möchten die beide Gründer ihre Verbundenheit mit der Stadt und der Region Stuttgart ausdrücken und auf die Lebendigkeit hinweisen, die die Bienen dorthin bringen. Tobias und David möchten Honig-Erzeugung und Umwelt aktiv mitgestalten. So suchen sie stets nach Maßnahmen in der Tierhaltung, die schonend für ihre Bienen und die Qualität der Produkte sind. Ihre Bienenvölker stehen größtenteils auf biodynamischen und städtischen Flächen. Diese Standorte sind von natürlicher und kultureller Lebendigkeit und nicht von Monokulturen und Giften geprägt. Sie handeln verantwortlich gegenüber ihren Kunden, den Bienen und der Umwelt. Den Verlust der Qualität von Lebensmitteln, die Ausbeutung von Natur und Menschen möchten sie nicht mittragen. Ihre Produkte sind hochwertig und haben einen fairen Preis.

Jana Brauer – FIAN International

Jana Brauer schloss 2014 an der Universität zu Köln den „International Master of Environmental Sciences“ ab. Im Rahmen ihrer Masterarbeit hatte sie Gelegenheit, zur Entstehung des nationalen Plans für gesunde und nachhaltige Gastronomie Costa Ricas beizutragen.

Durch ihr starkes Interesse an nachhaltigen Landwirtschaftsformen und Ernährungsweisen stieß Jana Anfang 2015 als ehrenamtliches Mitglied und Multiplikatorin zu FIAN Deutschland. Gemeinsam mit der Kölner Lokalgruppe veranstaltet sie seitdem regelmäßige Aktionen, die auf die Missachtung des Rechtes auf Nahrung durch Konzerne oder Staaten aufmerksam machen, wie z.B. das jährlich veranstaltete Kölner Menschenrechtspicknick.
Beruflich ist Jana seit 2016 im CSCP (Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production) tätig, wo sie als Projektassistentin die Betreuung eines Netzwerks von EU-Förderprojekten in asiatischen Entwicklungsländern unterstützt. Während längerer Aufenthalte in Costa Rica und den Philippinen lernte Jana sowohl die Entwicklungsarbeit von Graswurzelorganisationen als auch in großen staatlichen Organisationen kennen. So unterstützte sie im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in Costa Rica für ein Jahr die NGO International Analog Forestry Network und arbeitete sechs Monate als Praktikantin bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Manila auf den Philippinen.

Helmut Weber – Backmeister Holzofenbäckerei Weber

Herr Weber ist seit bald 50 Jahren Bäcker und hat über 35 Jahre Bio-Erfahrung in Verarbeitung, Erzeugung und Kontrolle. Seit 30 Jahren ist er Holzofenbäcker und das aus Überzeugung und Freude an der Arbeit und deren Ergebnissen.
Herr Weber hat 1983 die Bäckerei Weber Kollektiv GmbH in Winnenden gegründet und betreibt seit 1995 die Holzbäckerei Weber in Vellberg-Talheim. Die Holzbäckerei Weber bietet ein kleines aber feines Backwarensortiment ausschließlich aus dem Holzofen an. Es werden nur ökologische Rohwaren, weitgehend Bioland-zertifiziert und regional produziert, verwendet. Dafür hat die Holzbäckerei Weber eine verbindliche Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern und Händlern vereinbart. Es werden keine Fertigmischungen und Convenience-Produkte bis auf eine Ausnahme eingesetzt. Hinsichtlich der Zutaten herrscht eine vollständige Transparenz. Alle Mitarbeiter erhalten den gleichen fairen Lohn.