Unser Expertenpool

ERÖFFNUNGSWOCHENENDE  
Dr. Ursula Hudson – Vorstandsvorsitzende von Slow Food Deutschland

Dr. Ursula Hudson ist Vorstandsvorsitzende von Slow Food Deutschland und Mitglied des Vorstands von Slow Food International. Neben den Themen Kunst und Design zu Beginn des 20. Jahrhunderts behandelt die Kulturwissenschaftlerin und Autorin in ihren Veröffentlichungen und Vorträgen vor allem das Thema Essen, dessen Geschichte und Kultur, die Regionalität von Lebensmitteln und die kulinarische Bildung.
Nach ihrer Promotion an der Ludwig-Maximilians-Universität München lehrte Dr. Ursula Hudson zunächst an der Universität Bayreuth im Fachgebiet Interkulturelle Germanistik und im Anschluss daran an den Universitäten von Cambridge und Oxford. Neben ihrer freiberuflichen Forschungs- und Autorentätigkeit ist sie Mitglied der Beratergruppe der Welthungerhilfe sowie Mitglied der Deutschen Akademie für Kulinaristik e.V., deren Geschäftsführerin sie von 2006 bis 2008 war. Seit 2010 gehört sie dem Vorstand von Slow Food Deutschland an; seit 2011 ist sie dessen Erste Vorsitzende.

Frederik Schulze-Hamann – Mitglied des Vorstands von Slow Food Deutschland

Frederik Schulze-Hamann ist Mitglied des Vorstands von Slow Food Deutschland und vertritt dort u.a. die
Interessen von Slow Food Youth. Er studierte Governance and Public Policy- Staatswissenschaften(BA) mit einem Schwerpunkt in Geschichte an der Universität Passau und ist derzeit Student des Master-Programms Global History an Humboldt-Universität zu Berlin und der Freien Universität Berlin.

Praktische Erfahrungen zu nachhaltigkeits- und regionalpolitischen Themen sammelte er u.a. im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und län
dliche Räume des Landes Schleswig-Holstein, im Europäischen Parlament in Brüssel und im gastronomischen Familienunternehmen in Schleswig-Holstein, welches sich auf die Bewahrung und Entwicklung regionales Esskultur, traditionellen Lebensmittelhandwerks und nachhaltiger Landwirtschaft ausgerichtet hat.

Seit 2016 gehört der dem Vorstand von Slow Food Deutschland an, sein Aufgabenschwerpunkt liegt im Bereich globale Bildungsarbeit zum Lebensmittelsystem.

Dr. Wilfried Bommert – Mitglied und Sprecher des Vorstands des Instituts für Welternährung

Dr. Wilfried Bommert studierte Agrarwissenschaften an der Universität Bonn. 1977 wurde er dort promoviert. Seit 1979 arbeitete er als Fach-Journalist beim Westdeutschen Rundfunk.
Als Leiter der ersten Umweltredaktion im WDR-Hörfunk beschäftigt er sich mit den Themen Welternährung, Weltbevölkerung, Klima und Klimawandel. 2009 erschien sein Buch “Kein Brot für die Welt, die Zukunft der Welternährung“, in dem er das Spannungsfeld zwi
schen wachsender Nachfrage, schrumpfenden Ressourcen und zunehmenden Konflikten auf den Nahrungsmittelmärkten analysiert.

In seinem 2012 veröffentlichten Buch „Bodenrausch, die globale Jagd auf die Äcker der Welt“zeigt er, wie das globale Finanzkapital auf das Land und die Lebensmittelmärkte weltweit zugreift, und damit sowohl die bäuerliche Kultur als auch die Welternährung einem Abgrund zu treibt. 2014 schrieb er unter dem Titel“ Brot und Backstein, Wer ernährt die Städte der Zukunft?“ einen Mutmacher für alle, die ihre Ernährung wieder selbst in die Hand nehmen wollen.

Dr. Harald Lemke – Direktor und Wissenschaftliche Leitung des Internationalen Forums Gastrosophie

Direktor und Wissenschaftliche Leitung des Internationalen Forums Gastrosophie (www.gastrosophie.net); lehrt Philosophie u.a. am Zentrum für Gastrosophie, Universität Salzburg; der Universität für Gastronomische Wissenschaften Pollenzo, Italien sowie der Universität Hamburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Weitere Gastprofessuren: Department of Urban Management, Universität Kyoto; Department of Philosophy, East China Normal University Shanghai. Er ist Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutschen Bundesumweltstiftung sowie der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Universitäre Ausbildung (Studium, Promotion, Habilitation) an den Universitäten: Konstanz, Hamburg, Berlin, Magdeburg, Frankfurt, Berkeley, Lüneburg. Aktiv in „Die Keimzelle“, Gartenprojekt St. Pauli (www.diekeimzelle.de) sowie der „TomatenretterSubsistenz-Gruppe“ am Hof vorm Deich, Hamburg (www.tomatenretter.de).

Prof. Dr. Gunther Hirschfelder – Kulturanthropologe und Volkskundler

Gunther Hirschfelder studierte an der Universität Bonn von 1980 bis 1982 Agrarwissenschaften und bis 1988 Rheinische Landesgeschichte, Volkskunde, Politikwissenschaft und Geschichtswissenschaft. Er ist seit 2010 Professor für Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg. Anschließend studierte er mit einem Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung an der Universität Trier und wurde 1992 mit der Arbeit Die Kölner Handelsbeziehungen im Spätmittelalter zum Dr. phil. promoviert.

Gunther Hirschfelder ist Dozent der Deutschen Akademie für Kulinaristik, Vertrauensdozent derFriedrich-Ebert-Stiftung, Mitglied im Bergischen Geschichtsverein und in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde. Er begleitet Wissensformate in Fernseh- und Hörfunk-Beiträgen.

Cinzia Scaffidi – Mitglied des Vorstandes von Slow Food Italien und ehemalige Studienleiterin des Studienzentrums von Slow Food International

Im Jahr 1992 begann sie bei Slow Food zu arbeiten. Vorher war sie als Journalistin und im Bereich der internationalen Zusammenarbeit tätig
und unterrichtete. Nachdem sie als Chefredakteurin des Slow-Food-Magazins zu arbeiten begann, beteiligte sie sich außerdem auch an der inhaltlichen Gestaltung und Umsetzung der Webseite der Slow-Food-Bewegung. Im Jahr 2000 war sie für den Slow-Food-Preis zum Schutz der biologischen Vielfalt verantwortlich und seit 2004 ist sie eine der Koordinatoren des Terra Madre Treffens. Sie ist Mitglied des Nationalrates und des Vorstandes von Slow Food Italien und leitete für viele Jahre das Studienzentrum von Slow Food. Sie lehrt „Interdisziplinarität der Gastronomie“ an der Universität der gastronomischen Wissenschaften in Pollenzo.

 

Daniel Wehmeyer – Landwirte und Bio-Rinderzüchter

Daniel Wehmeyer erhielt den Bundespreis Ökologischer Landbau 2016 in der Rubrik „Gesamtbetriebliche Konzeption“ in Osterode am Harz mit seiner Bio-Rinderzucht Harzer Rotes Höhenvieh. Als Neueinsteiger ohne landwirtschaftlichen Hintergrund baute Wehmeyer in we
nigen Jahren einen erfolgreichen Betrieb auf. Wichtigster Betriebszweig ist seine Rinderherde mit 240 Tieren der seltenen Rasse.

Herr Wehmeyer vermarktet Biofleisch- und Wurstwaren. Zudem ist er Pionier bei der Erzeugung standorttypischer Bergwiesen Grassamen, die er selbst erntet und die für Renaturierungsflächen in der Region genutzt werden und bei dem Aufbau seiner eigenen Speiselinsenmarke.

WOCHENENDE GETREIDE UND BODENFRUCHTBARKEIT 

Prof. Dr. Dr. Karl Stahr – Universität Hohenheim Institut für Bodenkunde und Standortslehre

Herr Stahr studierte Geologie an der Universität Stuttgart mit dem Abschluss als Diplomgeologe 1969. Nach einer dreijährigen Doktorandenzeit im Institut für Bodenkunde der Universität Hohenheim promovierte er 1972 an der Universität Stuttgart zum Dr. rer. nat.. Danach wechselte er als wissenschaftlicher Assistent an das Institut für Bodenkunde und Waldernährung an die Universität Freiburg im Breisgau. Die Habilitation mit Venia legendi in Bodenkunde erfolgte 1979 in Freiburg, wo er zum Privatdozenten ernannt wurde. Im Jahr 1980 nahm Herr Stahr den Ruf als Professor für Regionale Bodenkunde am Institut für Ökologie der TU Berlin an, 1988 folgte er dem Ruf als Professor für Allgemeine Bodenkunde mit Gesteinskunde an die Universität Hohenheim. Diese Funktion übte er bis zur Emeritierung 2010 aus.

Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Leistung sind unter anderem Bodenentwicklung – einschließlich Paläoböden in Südwestdeutschland, Bodenmineralogie, insbesondere seltene Bodenminerale, Entwicklung des Kohlenstoff- und Stickstoffhaushalts in Agrarökosystemen und die Emission klimarelevanter Gase aus Böden. Er war Kommissions-Vorsitzender, Vizepräsident und Präsident der Deutschen Bodenkundlichen Gesellschaft, Kommissions-Vorsitzender und Stellvertreter der Internationalen Bodenkundlichen Union, Generaldirektor und Stellvertreter des Instituts für Bodenkunde und Standortslehre, Dekan der Fakultät Pflanzenproduktion und Landschaftsökologie und Prodekan der Fakultät Agrarwissenschaften.

Daniel Diehl – Bodenexperte bei Slow Food Deutschland

Als interdisziplinär ausgebildeter Agrarwissenschaftler mit Studium der Bodenwissenschaften in Hohenheim (Stuttgart) und Sozialwissenschaften in Wageningen (Niederlande) widmet er sich mit dem Wissen über Agrar-Ökosysteme. Dazu arbeitete er in den letzten 15 Jahren mit Bäuerinnen und Bauern in Äthiopien, Indien, Philippinen, Jamaika und Kambodscha, war in der Forschung tätig und für zivil-gesellschaftliche Organisationen und Projekten, wie dem Weltacker der Zukunftsstiftung Landwirtschaft, der Kampagne meine Landwirtschaft und dem Traineeprogramm Ökolandbau der Stiftung Ökologie und Landbau aktiv. Nach einem Einsatz als Entwicklungshelfer leitet er seit 2 Jahren das entwicklungspolitischen Bildungsprojekt Boden Begreifen für Slow Food Deutschland. Boden Begreifen ist ein außerschulische Bildungsangebot für Berliner und Brandenburger Schulen, das Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen vier bis acht eine unmittelbare Begegnung und Beschäftigung mit Landwirtschaft und Boden ermöglicht.

Hartmut Heilmann – Freier Forscher für ökologischen Landbau und Standortphysiologie

Herr Heilmann ist Dipl. Ing. agr. und freier Forscher für ökologischen Landbau und Standortphysiologie. Er hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Schulung und Beratung im Ökologischen Land- und Gartenbau. Nach seinem Abschluss als Agrarwissenschaftler mit Spezialisierung in landwirtschaftlicher Betriebslehre und Systemwissenschaften war Herr Heilmann in der landwirtschaftlichen Praxis beschäftigt. Anfang der 80er Jahre wurde er pädagogischer Leiter der Bauernschule Hohenlohe, einer ländlichen Heimvolkshochschule in Kirchberg–Weckelweiler.
Zur Zeit ist er Vorstandsvorsitzender der Bauernschule Hohenlohe und Vorstand der Gesellschaft für Boden, Technik, Qualität (BTQ). Er war mehr als 10 Jahren Lehrbeauftragter für ökologischen Landbau an der FH Weihenstephan und kooperierte mit Universitäten und Bundesforschungsanstalten in Deutschland, der Akademie der Wissenschaften der Slowakei, der Forstuniversität Zvolen, der Universität Hassan II in Casablanca, Marokko usw. Herr Heilmann hat verschiedene Projekte betreut, wie z.B. das Projekt „Bodenbürtige energetische Pflanzenwachstumsfaktoren“ am biologisch-dynamischen Landwirtschaftsbetrieb Endeholz der HB Stiftung Berneburg und hat landwirtschaftliche Forschungen betrieben, bei denen er z.B. die autoregulative pH-Wert-Normalisierung des Bodens und den elektrochemischen Düngungseffekt entdeckt hat.

David Gerstmeier – Gründer und Geschäftsleiter der Demeter-Imkerei Summtgart

David Gerstmeier ist zusammen mit Tobias Miltenberger Gründer der Demeter-Imkerei Summtgart. David ist Imkermeister und Gartenbaulehrer und hat Erfahrungen in Berufsimkereien in Deutschland und in Afrika gesammelt.

Mit dem Namen Summtgart möchten die beide Gründer ihre Verbundenheit mit der Stadt und der Region Stuttgart ausdrücken und auf die Lebendigkeit hinweisen, die die Bienen dorthin bringen. Tobias und David möchten Honig-Erzeugung und Umwelt aktiv mitgestalten. So suchen sie stets nach Maßnahmen in der Tierhaltung, die schonend für ihre Bienen und die Qualität der Produkte sind. Ihre Bienenvölker stehen größtenteils auf biodynamischen und städtischen Flächen. Diese Standorte sind von natürlicher und kultureller Lebendigkeit und nicht von Monokulturen und Giften geprägt. Sie handeln verantwortlich gegenüber ihren Kunden, den Bienen und der Umwelt. Den Verlust der Qualität von Lebensmitteln, die Ausbeutung von Natur und Menschen möchten sie nicht mittragen. Ihre Produkte sind hochwertig und haben einen fairen Preis.

Jana Brauer – FIAN International

Jana Brauer schloss 2014 an der Universität zu Köln den „International Master of Environmental Sciences“ ab. Im Rahmen ihrer Masterarbeit hatte sie Gelegenheit, zur Entstehung des nationalen Plans für gesunde und nachhaltige Gastronomie Costa Ricas beizutragen.

Durch ihr starkes Interesse an nachhaltigen Landwirtschaftsformen und Ernährungsweisen stieß Jana Anfang 2015 als ehrenamtliches Mitglied und Multiplikatorin zu FIAN Deutschland. Gemeinsam mit der Kölner Lokalgruppe veranstaltet sie seitdem regelmäßige Aktionen, die auf die Missachtung des Rechtes auf Nahrung durch Konzerne oder Staaten aufmerksam machen, wie z.B. das jährlich veranstaltete Kölner Menschenrechtspicknick.
Beruflich ist Jana seit 2016 im CSCP (Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production) tätig, wo sie als Projektassistentin die Betreuung eines Netzwerks von EU-Förderprojekten in asiatischen Entwicklungsländern unterstützt. Während längerer Aufenthalte in Costa Rica und den Philippinen lernte Jana sowohl die Entwicklungsarbeit von Graswurzelorganisationen als auch in großen staatlichen Organisationen kennen. So unterstützte sie im Rahmen eines entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes in Costa Rica für ein Jahr die NGO International Analog Forestry Network und arbeitete sechs Monate als Praktikantin bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Manila auf den Philippinen.

Helmut Weber – Backmeister Holzofenbäckerei Weber

Herr Weber ist seit bald 50 Jahren Bäcker und hat über 35 Jahre Bio-Erfahrung in Verarbeitung, Erzeugung und Kontrolle. Seit 30 Jahren ist er Holzofenbäcker und das aus Überzeugung und Freude an der Arbeit und deren Ergebnissen.
Herr Weber hat 1983 die Bäckerei Weber Kollektiv GmbH in Winnenden gegründet und betreibt seit 1995 die Holzbäckerei Weber in Vellberg-Talheim. Die Holzbäckerei Weber bietet ein kleines aber feines Backwarensortiment ausschließlich aus dem Holzofen an. Es werden nur ökologische Rohwaren, weitgehend Bioland-zertifiziert und regional produziert, verwendet. Dafür hat die Holzbäckerei Weber eine verbindliche Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern und Händlern vereinbart. Es werden keine Fertigmischungen und Convenience-Produkte bis auf eine Ausnahme eingesetzt. Hinsichtlich der Zutaten herrscht eine vollständige Transparenz. Alle Mitarbeiter erhalten den gleichen fairen Lohn.

WOCHENENDE BÄUERLICHE LANDWIRTSCHAFT UND AGRARÖKOLOGIE

Henrik Maaß – Aktivist und Mitgründer der junge Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (jAbL)

Henrik Maaß wuchs auf einem bäuerlichen Bioland-Betrieb in Ostwestfalen auf. Nach seiner Ausbildung zum Landwirt absolvierte er das Studium „M.Sc. Ökologische Landwirtschaft“ an der Uni Kassel/Witzenhausen. Er ist seit 2009 agrarpolitisch aktiv bei der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, hat dort die junge AbL mit gegründet und war bis November 2016 im AbL-Bundesvorstand u.a. für die Vernetzung mit Via Campesina und Nyéléni zuständig. In der Bewegung für Ernährungssouveränität hat er u.a. für das Nyeleni Europe Forum 2011 in Krems und 2016 in Cluj die Delegation aus Deutschland koordiniert. Während des Studiums arbeitete er u.a. bei der SoLaWi in Freudenthal als Gärtner und bei der AbL Hessen als Geschäftsführer. Nach dem Studium arbeitete er als Betriebshelfer und Projektkoordinator für den Kongress „Global Peasants‘ Rights“. Zurzeit ist er Mitarbeiter am Forschungszentrum für „Globale Ernährungssicherheit und Ökosysteme“ an der Universität Hohenheim im EU-Projekt „Wege zu Leguminosen basierten nachhaltigen Lebensmittelsystemen“. Daneben befindet er sich mit seiner Freundin auf Hof(gemeinschafts)suche und strebt eine außerfamiliäre Hofübergabe in Süddeutschland an.

Georg Janßen – Bundesgeschäftsführer Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V.

Als interdisziplinär ausgebildeter Agrarwissenschaftler mit Studium der Agrarwissenschaften in der Univesität Kiel, hat Herr Janßen mehrere Jahre in dem Bereich der bäuerliche Landwirtschaft und die Agrarpolitik Erfahrungen gesammelt. Er ist Initiator der Gründung der AbL in Schleswig-Holstein. In November 1984 war er auf der Bundesmitgliederversammlung zum Bundesgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) e.V. gewählt und daher ist er seit 1985 AbL-Bundesgeschäftsführer. Seit 1999 ist er zusätzlich auch Geschäftsführer der IG Nachbau.

Er ist seit 2011 Anmelder und im Organisationsteam der Agrar-Großdemonstration „Wir haben es satt“ anlässlich der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Darüber hinaus ist er seit Jahrzehnten aktiv in der Bäuerlichen Notgemeinschaft gegen das geplante Atomendlager in Gorleben/Wendland.

@Foto von Fred Dott

Familie Schöll – Demeter Buchenhof 

Seit vielen Generationen in Familienbesitz, wurde der Buchenhof 1984 auf biologisch-dynamische Wirtschaftsweise umgestellt. Der Buchenhof hat sich auf den Anbau der Urgetreidesorten Emmer, Einkorn und Dinkel spezialisiert. Die Herstellung der Waren beruht auf einem geschlossenen Kreislauf. Das Urgetreide, das auf den Äckern der Familien Schöll reift, wird nach der Ernte vollständig auf dem Hof verarbeitet. Die Körner werden gereignit, in einer Gerbanlage entspelzt und schließlich in der eigenen Steinmühle zu Mehl gemahlen. In der Hofbäckerei wird das Getreide zu korngesunden Backwaren zubereitet. 

Dr. Birgit Wilhelm – Referentin für nachhaltige Landwirtschaft WWF

Seit November 2011 ist sie Referentin für nachhaltige Landwirtschaft und Ressourcenschutz beim WWF Deutschland in der Fachabteilung Landwirtschaft. Sie ist in der Planung und Durchführung von Projekte im Bereich Soja, nachhaltige Eiweißfuttermittel und Bodenschutz tätig. Unter anderem ist Dr. Wilhem Projektkoordinatorin des Projekts „Dialogforum nachhaltige Eiweißfuttermittel, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL).

Bis 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Agrartechnik am Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel in Witzenhausen mit Abschluss der Promotion im August 2010 mit dem Thema „Konservierende Bodenbearbeitung im Ökolandbau“; davor war sie Referentin der Internationalen Abteilung bei dem ökologischen Anbauverband Naturland e.V. in München, Koordination und Planung der Aktivitäten und Projekte in Südeuropa, Afrika und Asien.

Sebastian Heilmann – Landwirte in der Gemeinschaft Schloss – Tempelhof

Durch eine längere Zeit in Indien und in der biologisch-dynamischen Bewegung dort, sowie dem Absolvieren der Freien Ausbildung im Norden, hat Sebastian in der Landwirtschaft die Inspiration gefunden, eine aufbauende Landwirtschaft mit zu entwickeln. Erfahrungen sammelte er bisher mit Mutterkühen, Legehennen, Milchziegen, kleingliedrigem Ackerbau, und immer stärker im Gemüsebau, mit Weiterbildungen zum Bodenmikrobiologie, Kompostieren, Komposttees und Mikroskopie. In der Gemeinschaft Schloss Tempelhof geht Sebastian seinem starken Anliegen nach, eine vielfältige und regenerative, kleinbäuerliche Landwirtschaft zu fördern und mit zu formen.

WOCHENENDE ERZEUGNISSE AUS FLEISCH UND MILCH 
 Dr. Anita Idel – Tierärztin und Mediatorin

Dr. Idel ist Projektmanagerin und Beraterin für die Ökologisierung der Land(wirt)schaft unter besonderer Berücksichtigung der Förderung von Praxis und Forschung zu Tiergesundheit und Tierwohl in der Tierzucht und -haltung. Außerdem ist sie Mediatorin in den Spannungsfeldern Landwirtschaft und Tierschutz sowie Landwirtschaft und Naturschutz. 

Sie hat fast 30 Jahre Erfahrungen als Lehrbeauftragte an den Universitäten Kassel, Lüneburg und Münster gesammelt, in der Bereiche „Tiergesundheitliche, öko-logische u. sozioökonomische Folgen der Agro-Gentechnik“ und „Tierhaltung, biologische Vielfalt und Bodenfrucht-barkeit – im Kontext Welternährung, Klimaschutz und Ressourcennutzung“.

Dr. Idel ist Lead-Autorin im UN-Weltagrarbericht (IAASTD) und sie gewann das Salus-Medienpreis 2013 für das Buch „Die Kuh ist kein Klima-Killer! Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können“. Dr. Idel ist Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft Kritische Tiermedizin AGKT, des Gen-ethischen Netzwerks GeN; der Gesellschaft für Ökologische Tierhaltung GÖT und des Conseil Mondial des Elveurs. Sie ist genauso Mitglied der Liga für Hirtenvölker und nachhaltige Viehwirtschaft, des Forschungsinstituts für ökologische Tierzucht und Landnutzung (FIT), der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW).

Michael Beier – Geschäftsführender Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung

Michael Beier ist seit 2012 geschäftsführender Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung, Haupförderer der Slow Food Youth Akademie. Er ist ausgewiesener Spezialist für Stiftungen und für Fundraising. Als Master of Science Marketing, Kommunikation, Management der TU Berlin und als Stiftungsmanager leitet er bis 2012 an der Stiftung Universität Hildesheim den Bereich Marketing und war für das Stiftungs- und Fundraisingmanagement verantwortlich. In dieser Zeit war er in Hildesheim auch Projektträger des jährlich stattfindenden Hildesheimer Stiftungskongresses des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Projektträger des Stiftungstage

s Niedersachsen. Davor war er Leiter für Fundraising & Sponsoring an der Universität Hamburg Marketing GmbH.

Michael Beier besitzt seit 2016 einen Jagdschein. und ist seit dem Freizeitjäger. Er setzt sich für die Vermarktung des Wildbrets aus den Naturlandschaften der Stiftung im Land Brandenburg und in Niedersachsen ein. Als Vorstand der Heinz Sielmann Stiftung verantwortet er das Wild- und Jagdmanagement auf 8500 Hektar Eigentumsflächen der Stiftung.

Caroline von Wistinghausen-Noz – Expertin für Hühner und Brunnenhofbetreiberin

Caroline von Wistinghausen-Noz ist zusammen mit Ihrem Mann Herrn Noz Betreiberin des Familienhofs Brunnenhof. Den Hof hat sie 2004 von Ihren Eltern übernommen. Davor hatte Frau von Wistinghausen-Noz im elterlichen Betrieb Brunnenhof im Betriebshaushalt mit bio – dynamischer Landwirtschaft (Geflügel und Mutterkuhhaltung) gearbeitet. Nach dem Abitur auf dem Ganerbengymnasium in Künzelsau und ein sechsmonatigen Aufenthalt in USA und Canada, hatte Frau Wistinghausen-Noz eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin im ländlichen Raum auf Demeter- Betrieben gemacht.

Der Brunnenhof ist einen Familienpflegebetrieb der Diakonie Stetten und geben einem Menschen mit Einschränkungen einen Platz zum Leben und Arbeiten. Heute bewirtschaften Frau Von Wistinghausen-Noz und ihr Mann Herr Noz den 25 ha (davon 18 ha Acker) umfassenden landwirtschaftlichen Betrieb mit zwei festen Mitarbeitern. Es sind durchschnittlich 2000 Puten und 2000 Landgockel verschiedener Altersgruppen auf dem Hof und die Mutterkuhherde zählt 16 Schwänze.

In den angegliederten Vermarktungsbetrieben sind 10 Mitarbeiter mit Geflügelschlachtung, Verarbeitung und Vermarktung, sowie 3–4 Mitarbeiter mit der Herstellung, Bearbeitung und Vermarktung der bio – dynamischen Präparate beschäftigt.

Rudolph Bühler – Vorstandsvorsitzender Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall w.V.

Herr Bühler ist Gründer und Vorstandsvorsitzender der Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schäbisch Hall, Vorsitzender unter anderem des Aufsichtsrats Bäuerliche Erzeugergemeinschaft SHA AG; des Aufsichtsrats Dorfkäserei Geifertshofen AG und der Züchtervereinigung Schwäbisch-Hällisches Schwein e.V. Er ist Präsident der Verband für ökologische Land- und Ernährungswirtschaft (ECOLAND) e.V. und Beiratsmitglied des Südwestbanks BW.

Als Dipl.-Ing. Agr an der FH Nürtingen und ausgebildete Landwirte hat Rudolph Bühler langjährige Erfahrung in der Entwicklung, Implementation und Leitung von Ländlichen Regionalentwicklungsprojekten im In- und Ausland, als Entwicklungshelfer, Gutachter, Regierungsberater und in lokale und internationale Projekterfahrung im Bereich der Agrobiodiversität und Revitalisierung alter und gefährdeter Haustierrassen gesammelt.

Seine fachliche Schwerpunkte liegen unter anderem in der landwirtschaftliche Produktionssysteme und Absatzwirtschaft in Mittel- und Osteuropa, Afrika und Asien; der Gründung und Managementbegleitung landwirtschaftliche Organisationen; der landwirtschaftliche Märkte, Marketing in der Ernährungsindustrie; der Fleischerzeugung, Schlachtung, Fleischverarbeitung und der Landwirtschaftliche Bildungs- und Beratungssysteme.

Dr. Ton Baars – Ökologe und Rohmilchexperte

Ton Baars ist Ökologe. Er ist vor allem als Forscher tätig, aber hat auch mehrere Jahren Goudakäse hergestellt. Die jüngste Erfahrung in der Käseherstellung war auf einer Schweizer Alp (Sommer 2012). Eine Inspiration für die Forschung stammt aus die Arbeit der Zahnarzt Weston A. Price, die sich in der 1930er Jahre kümmerte um die Frage: wie blieben Naturvölkern über Generationen gesund, ohne Anwesenheit von Ärzten und Zahnärzten? Welche Nahrungsgewohnheiten verbindet die Gesundheitsförderung dieser Menschen? Ton Baars beschäftigt sich über Jahrzehnte mit der Frage Milchqualität und Gesundheit. Seine Forschungsinteresse betrifft die Rohmilch: wie lässt sich Milchqualität unterscheiden, was ist der Bezug zu Allergie und Asthma und wie beeinflusst die Fütterung der Tier, die Ökologische und regionale Herkunft die Qualität der Milch? An der Universität Kassel wurde die Milchfettqualität erforscht, die Differenzierung des Fettsäuremusters aus konventioneller und biologisch-dynamischer Herkunft. Erst in Kassel und seit 2015 in Zusammenarbeit mit der Universität in Utrecht wird die Frage der Milchallergien aufgegriffen, in junge Kindern sowie in Mäusemodellen. Es betrifft die Aufklärung der Frage, warum Rohmilch schützt gegen Allergien und Asthma und durch welche Maßnahmen die Milchqualität sich ändert. Zusätzlich wird die Frage der fermentierten Rohmilchprodukte aufgegriffen.

WOCHENENDE FISCHEREI
Jens Ambsdorf – Vorstand der Lighthouse Foundation

Jens Ambsdorf ist im Vorstand und Exekutivdirektor der Lighthouse Foundation in Deutschland, die weltweit die Erhaltung der Meere fördert und die gemeinschaftsbasierte Entwicklung ermöglicht. Ambsdorf ist auch im Lenkungsausschuss für das Globale Forum für Ozeane, Küsten und Inseln.

Durch eine Initiative der Hamburger Wirtschaftsgemeinde bekam die Lighthouse Foundation 25 Millionen Euro als Stiftungskapital, um die Aktivitäten der Stiftung zu finanzieren. Die Stiftung arbeitet primär in einer Sponsoring-Rolle und pflegt engen Kontakt zu den von ihr unterstützten Projekten. Die Lighthouse Foundation unterstützt im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung integrierte und langfristige Ansätze in der Beziehung zwischen Mensch und Meeresumwelt.

Uwe Sturm – Geschäftsführer „Fisch vom Kutter“

„Fisch vom Kutter“ ist ein dynamisches Internetportal, welches durch den Europäischen Fischereifonds gefördert und vom Arbeitskreis Fischerei initiiert wurde. Wir bieten unter der Internetadresse www.fischvomkutter.de täglich aktuell Informationen wo, wann, welcher Frischfisch angelandet wird. Wenn ich von wir spreche, dann meine ich die dreiundzwanzig handwerklich arbeitenden Fischer an den Küsten von Nord- und Ostsee des Projektes, die meist am frühen Morgen ihre Netze einholen. Noch auf See nach dem Hol melden sie mit einer SMS an das Internetportal was sie gefangen haben und in welchem Hafen sie gleich ihren wirklich fangfrischen Fang an der Pier oder am Steg anbieten werden. Ich selbst fische nicht. Ich segel und pflege in meiner Freizeit ehemalige Arbeitssegelschiffe des Museumshafens Probstei und betreibe ehrenamtlich für die Interessengemeinschaft „Fisch vom Kutter“ das Internetportal.

Das Besondere: Die Fänge sind saisonal ganz unterschiedlich. Im Frühjahr haben die Fischer Hering im Netz, im Spätsommer auch Makrele. Dorsch ist der Brotfisch für die Ostseefischer. Im Sommer zieht er sich allerdings teilweise in kühlere Gewässer zurück. An der Westküste gibt es die leckeren Nordseegarnelen oder Krabben, wie sie auch genannt werden. Aber auch Süßwasserfische, wie Hecht oder Maräne aus der Schlei, sowie Lachsforellen oder spät im Herbst Muscheln aus ökologischer Zucht werden angeboten.

Immer muss der Verbraucher oder Gastronom zum Hafen gehen und hier mit dem Fischer direkt ins Gespräch kommen, um seinen Fisch zu kaufen. Wenn gerade kein Dorsch im Netz war, entscheidet sich der neugierige Genießer auf anraten des Fischers vielleicht für Flunder oder Kliesche, die sich oft im Netz verwickelt.

Dr. Kristina Barz – Forscherin am Institut für Ostseefischerei

Dr. Kristina Barz hat an der Universität Hamburg Biologie studiert und später am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven promoviert. Nach einigen Jahren als wissenschaftliche Mitarbeiterin am AWI wechselte sie 2010 an das Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock.

Am Institut für Ostseefischerei betreut sie als Projektwissenschaftlerin die Internetseite „Fischbestände Online“.

„Fischbestände Online“ ist ein öffentliches Internetangebot mit umfassenden und aktuellen Informationen zum Zustand der Meeresfischbestände die für den deutschen Markt von Bedeutung sind. Ziel des Projektes ist es Handel und Industrie Basisinformationen für einen gezielten Einkauf von Fisch aus nachhaltiger Fischerei zu liefern und damit die Entwicklung einer entsprechenden Einkaufspolitik in den Unternehmen zu fördern.

Stefan Linzmaier – Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei

Stefan Linzmaier ist Gewässerökologe, Hobbykoch, Angler, Taucher und Slow-Food-Aktivist. Seine Begeisterung für alles, was im Wasser schwimmt und seine Liebe zum Kochen vereinen sich bei ihm oftmals in einem Fischgericht. Schon bevor er mit 10 Jahren den Jugendfischereischein machen durfte, hat er seine Zeit am liebsten am Wasser verbracht. Nach seinem Abitur hat er einen Bachelor of Science (B.Sc.) in Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), München und für seine Abschlussarbeit mit Süßwassergarnelen gearbeitet. Anschließend hat Stefan einen Master of Science (M.Sc.) in Fischereiwissenschaften und Aquakultur an der Humboldt-Universität (HU), Berlin zum Thema Nahrungsnischen von Flussbarschen absolviert. Im Moment promoviert er an der Freien Universität Berlin und dem Leibniz Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin zur Auswirkung eingebürgerter Krebsarten auf die heimischen Gewässer. Seine professionelle Ausrichtung ist eher eine ökologische Betrachtung, aber er beschäftigt sich auch generell mit Themen der Fischerei und des Managements von Seen und Flüssen.

Dr. Frank Thiedig – Geschäftsbereichsleiter Marketing/Unternehmenskommunikation/ Qualitätsmanagement EDEKA Minden-Hannover Stiftung & Co. KG

Dr. Thiedig ist in 1967 geboren und ist Agraringenieur. Nach dem Abschluss der landwirtschaftlichen Lehre, hat er Agrarwissenschaften in Hohenheim, Weihenstephan und Paris studiert. In Zusammenarbeit mit dem CNAC (Conseil National des Arts Culinaires) hat er die Leitung der ersten Erhebung regionaltypischer Lebensmittel und Agrarprodukte in Deutschland übernommen. Die Zusammenfassung erschien als „Deutschlands kulinarisches Erbe“ im Buchhandel. Zunächst war er tätig als Marketingleiter in einem Landmaschinenunternehmen, anschließend als Kundenbetreuer einer großen deutschen Werbeagentur. Nach der Promotion an der TU München über das Marketing von Spezialitäten hatte er die Berufung zum Geschäftsführer der Agrarmarketinggesellschaft in Baden-Württemberg verfolgt. Seit Mai 2007 ist Dr. Thiedig verantwortlich für das Marketing der EDEKA Minden-Hannover, seit 2008 auch für das Qualitätsmanagement, seit 2009 ist er CSR-Verantwortlicher der EDEKA Minden-Hannover und seit 2012 ebenfalls für die Unternehmenskommunikation.

WOCHENENDE GLOBALER HANDEL, GLOBALER SÜDEN

Dr. Iris Schöninger – Welthungerhilfe

Dr. Iris Schöninger arbeitet als entwicklungspolitische Beraterin bei der Welthungerhilfe in Bonn. Die Politikwissenschaftlerin und Journalistin ist seit über 15 Jahren für die Hilfsorganisation tätig, derzeit auch als Mitglied im Beirat der Initiative „Cotton made in Africa“. Zuvor leitete sie das Sektorvorhaben Millenniumsdörfer, war langjährige Sprecherin der VENRO-Kampagne „Deine Stimme gegen Armut“ und arbeitete für die United Nation Volunteers und den Deutschen Entwicklungsdienst in Niger.

Martin Elwert – Mitbegründer Coffee Circle

Martin Elwert ist Mitbegründer von Coffee Circle. Bei Coffee Circle dreht sich alles um hervorragende Kaffeespezialitäten. Coffee Circle arbeitet mit grünem Kaffee von kleinbäuerlichen Kaffeebauern in Äthiopien und Kolumbien, röstet es in Berlin und verkauft den Kaffee vor allem über seine Website coffeecircle.com. Pro verkauftem Kilogramm Kaffee fließt 1 € in soziale Projekte, die Coffee Circle gemeinsam mit den Menschen in den Kaffeeregionen umsetzen, um die Lebensbedingungen der Bauern und ihrer Familien zu verbessern.

Anke Kähler – Die Freien Bäcker

Anke Kähler ist 1959 in Hannover geboren. Seit ihrer Schulzeit treibt sie das praktische Engagement für ein zukunftsfähiges, am Gemeinwohl orientiertes Gesellschafts- und Wirtschaftssystem an. Zentral, aus ihrer Sicht, ist dabei der Aufbau einer fairen, nachhaltigen Land- und Lebensmittelwirtschaft verbunden mit dem Recht aller Menschen auf gesunde Nahrung, Wasser, Boden und auf Selbstbestimmung. Die praktische Arbeit für eine Agrarkooperative in Nicaragua in den 1980er Jahren hatte ihr nochmal mehr deutlich gemacht, dass sich vor allem durch das konkrete ‚Tun‘ Änderungen voranbringen lassen. Um selbst dafür zu sorgen, dass es fair erzeugte, gesunde ‚Lebens-Mittel‘ gibt, die diese Bezeichnung verdienen, hatte sie ihr Studium an den Nagel gehängt, sich einem Bio-Bäckerei-Kollektiv angeschlossen, Bäckerin gelernt und die Meisterprüfung abgelegt.

Seit der Gründung des Die Freien Bäcker e.V. im Januar 2011 ist sie Vorstandsvorsitzende dieser unabhängigen Berufsorganisation.

Nach ihrer Selbständigkeit als Bäckermeisterin bis zum Jahr 2000 war sie acht Jahre beruflich für den Bioland e.V. und das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen als Fachberaterin tätig.

Dr. Thomas Dürmeier – Geschäftsführer Goliathwatch

Dr. Dürmeier ist Volkswirt und Geschäftsführer der neuen konzernkritischen Organisation „Goliathwatch“ und Vorstandsmitglied bei LobbyControl. Dr. Thomas Dürmeier studierte in Regensburg und Boulder/Colorado (USA) Wirtschafts- und Politikwissenschaften und promovierte an der Universität Kassel über die politische Macht transnationaler Unternehmen. Er ist Mitautor der Streitschrift gegen die Fusion von Bayer und Monsanto. Dr. Dürmeier gründete den bundesweiten Arbeitskreis Real World Economics und engagiert sich neben seiner wissenschaftlichen Arbeit als Referent bei Attac.

Weiwei Wang – Slow Tofu und Franziska Schauren – TofuTussies

Weiwei Wang ist Chinesische Designerin und lebt zurzeit in Berlin. Sie studierte zuerst in ihrer Heimatstadt Hangzhou Germanistik und entfaltete ihre Kreativität in ihrem Produkt-Design-Studium an der Bauhau-Universität Weimar. Ihre Leidenschaft gilt den verschiedenen Aspekte der Gestaltung. In ihrer Abschlussarbeit forschte sie über traditionelles Chinesisches Handwerk und arbeitete an Designansätze, die es beleben können. Eine Ergebnis davon ist das Projekt ‚SLOW TOFU‚. Aktuell gestaltet und führt sie kollavorative Designprozesse bei der NGO be able und nutzt Design als ein Tool, um Menschen zu fördern.

Franziska Schauren hat zusammen mit ihrer Freundin Elena Grimm 2014 die Berliner Firma Tofu-Tussies gegründet. Zu zweit betreiben sie die Tofurei mit Onlineshop. Dort produzieren sie frischen Tofu in liebevoller Handarbeit und nach handwerklicher Tradition – für den Genießer nachvollziehbar, aus besten Zutaten in Bioqualität und nach individuellen Wünschen.

Lena Michelsen – Referentin für globale Landwirtschaft und Welternährung INKOTA-Netzwerk

Lena Michelsen ist seit Januar 2017 Referentin für globale Landwirtschaft und Welternährung beim entwicklungspolitischen INKOTA-Netzwerk. Dort arbeitet sie aktuell vor allem zum Thema Großfusionen im Agrarsektor. Zuvor hat sie in Passau Internationale Kulturwirtschaft sowie in Wien Lateinamerikanistik studiert, am entwicklungspolitischen ASA-Programm teilgenommen und verschiedene NGO-Praktika, u.a. bei FIAN Österreich und der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt, absolviert. Mit Ernährungsthemen beschäftigt sie sich seit ihrer Schulzeit und hat während ihres Studiums an verschiedenen agrarpolitischen Seminaren teilgenommen. Neben ihrer politischen Tätigkeit ist Lena außerdem seit 2016 zertifizierte Yoga-Lehrerin.

WOCHENENDE OBST UND GEMÜSE 

Barbara Assheuer – Expertin für Fermentierung

Frau Assheuer ist Übersetzerin und Dolmetscherin für Italienisch und Diplom-Betriebswirtin. Sie ist seit 20 Jahren in der internationalen politischen Bildungsarbeit und Entwicklungszusammenarbeit tätig. Frau Assheuer ist seit vielen Jahren aktiv bei Slow Food Deutschland (SFD) und war dies auch einige Jahre von Slow Food Nova Scotia (Kanada). Bei SFD war sie Mitglied der Grundsatzkommission und in der Leitung von Slow Food Berlin. Sie befasst sich u. a. mit den politischen und kulinarischen Ernährungstraditionen und -zusammenhängen. Das Thema Fermentation und die Entwicklung des Geschmacks faszinieren sie. Sie führt seit einigen Jahren Workshops und Verkostungen durch und sie ist Mitautorin der Broschüre Fermentieren von Slow Food.

Sophie Steigerwald – Wissenschaftliche Mitarbeiterin bei OpenSourceSeeds

Sophie Steigerwald wuchs in der Nähe von Konstanz am Bodensee auf und interessierte sich schon immer für gutes Essen, über die vielen Streuobstwiesen in ihrer Nachbarschaft hat sie sich als Kind und Jugendliche nie viel Gedanken gemacht. Nach dem Abitur zieht Sophie zunächst nach Leipzig um Biochemie zu studieren. Neben dem Studium steht sie am liebsten in der Küche und beginnt beim Kochen über Lebensmittel, Umwelt und Landwirtschaft zu philosophieren.

Nach ihrem Abschluss 2015 steht fest, dass ihre berufliche Zukunft irgendwo im landwirtschaftlichen Bereich liegen soll und nimmt im Herbst 2016 ihr Studium der Ökologischen Landwirtsc

haft auf. Davor nimmt sie sich aber ein Jahr Auszeit, backt in einem Leipziger Café Kuchen, arbeitet 6 Wochen in den landwirtschaftlichen Betrieben des Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf und geht schließlich mit ASA für 3 Monate nach Kamerun. Bei OpenSourceSeeds ist Sie seit Mai diesen Jahres dabei und bildet zusammen mit Johannes und Ben das Kern-Team.

Ingmar Dalchow – Geschäftsführer Mosterei Malus
Ingmar Dalchow und seine Kollegen der Mosterei Malus pressen seit 1991 Früchte von ungespritzten Streuobstwiesen. Der Erhalt dieser einzigartigen Biotope war und ist dabei wichtiger Bestandteil der Betriebsstruktur. Mittlerweile bewirtschaften die Zulieferer und sie selbst ca. 50 ha biokontrollierte Fläche. Die vertraglich gebundenen Erzeuger erhalten für das angelieferte BIO-Obst ca. 25 % mehr Geld als bei anderen Mostereien. Damit wird der Aufwand gerechter entlohnt. Dieser Aufpreis wird auf den Endverkaufspreis umgeschlagen und somit letztlich vom Kunden getragen. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Erzeuger und Verarbeiter gelingt es dem kleinen Unternehmen schon bei der angelieferten Rohware eine unvergleichlich gute Qualität in Bezug auf Frische und Reife des Obstes zu erreichen. Dies ist die unentbehrliche Grundlage für ihre feinen BIO-Säfte.
Herr Dalchow und seine Kollegen leben und wirtschaften in einer kleinen Hofgemeinschaft mit derzeit 10 Personen. Neben der Mosterei befinden sich noch eine Biogärtnerei und eine Naturheilpraxis auf dem Hofgelände. 

Raúl Mondragón – Koordinator Ahuejote Projekt

Raúl Mondragón Segura ist 28 Jahre alt, wurde in Mexiko-Stadt geboren und studierte BWL. Er arbeitete sieben Jahren lang für die Tourismusbranche und die Lebensmittel- und Getränkeindustrie in seinem Land. Nach vier Jahren in der Mezcal (Mexikanischer Agavenbrand) Industrie für verschiedene Marken, konnte er sich selbständig machen und gründete sein eigenes Unternehmen. Er hat ein Projekt für die handwerkliche Zubereitung von Mezcal und die Erhaltung der Agave cupreata. Er lehrte seiner Familie landwirtschaftliches Arbeiten, wie den Anbau von Mais und Mango, die Haltung von Rind und Ziege und die Produktion von handwerklichen Produkten wie Käse, Brot, Schokolade, Tortillas und Tamales.Im Jahr 2016 gründete er das Ahuejote Projekt, eine Initiative, die von zwei sozial engagierten Unternehmen und einer Bürgervereinigung entwickelt wurde. Das Projekt fördert einen nachhaltigen Nahrungsmittelverbrauch durch die Reaktivierung der Landwirtschaft mit dem Ziel, landwirtschaftlichen Flächen in Chinampa wiederzubeleben. Diese einzigartige Methode der präkolumbianischen agroökologischen Erzeugung, die von den Azteken verwendet wurde, kann drei oder vier Ernten mehr als eine traditionelle Ernte produzieren. Derzeit werden mehr als 20 Gemüsesorten, Kräuter und essbare Blüten in 3 Chinampas angebaut und mittels E-Commerce, CSA-Gruppen, Produzentenmärkten und Restaurants vermarktet.

Asmelash Dagne – Permakulturist und Äthiopiens Koordinator für das Projekt 10.000 Gärten in Afrika

Er ist in einem abgelegenem ländlichen Gebiet in Süd-Äthiopien aufgewachsen, in einem engen Familienverbund, der noch in diesem Teil von Äthiopien lebt. Mit seinen 28 Jahren hat er einen Abschluss in Chemie, ein Diplom in Naturwissenschaften und mehrere Zertifizierungen von Methoden für nachhaltige Landwirtschaft von verschiedenen internationalen Hochschulen. Herr Dagne hat ein Diplom in Permakultur an der Northern School of Permaculture in Großbritannien abgeschlossen. Er wurde in die Slow Food Philosophie durch den simbabwischen Permakultur-Trainer und Berater Tichafa Makoveri eingeführt, der für Slow Food Äthiopien seit 2010 gearbeitet hat. Seit Ende 2010 arbeitet Asmelash Dagne als freiwilliger Regionalkoordinator und Trainer und ist heutzutage der nationaler Koordinator des Projektes 10.000 Gärten in Afrika.
Er arbeitet auch mit SMART Äthiopien, einer lokalen Wohltätigkeitsorganisation, die kleinbäuerliche Betriebe unterstützt, als nachhaltiger Landwirtschaftsberater und Trainer zusammen.

Thomas Meiseberg – Permakulturgestalter (PKA) am Inspiratorium Hof Luna
Thomas Meiseberg ist Bauingenieur (Dipl. Ing.) mit den Schwerpunkten Qualitätsmanagement, Sicherheitstechnik und Umweltmanagementsysteme im Bauwesen (ISO 14001, EMAS) und hat einige Jahren für das Institut für Umwelttechnik und IfU-Zert in Hannover gearbeitet.
Von 2002 bis 2014 hat Thomas Meiseberg ehrenamtlich für den Wissenschaftsladen Hannover e. V., das Bürgerbüro Stadtentwicklung, den Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen e.V. und?- Naturfreundejugend Hannover gearbeitet. Seine Tätigkeiten umfassten u. a.: Zielgruppenspezifische Umweltkommunikation, Konzeptplanung – die Erstellung und Begleitung von Umweltausstellungen und Unterrichtsmaterialien, und Veranstaltungsplanung.
Seit 2010 hat er in verschiedenen Permakultur Projekten gearbeitet und mitgewirkt, wie zum Beispiel GLuna“ .uerilla Gardening und Reclaim the Streets (z.B. Parking Day) – Selbstversorgergarten in der Stadt – Erhalt der Nutzpflanzenvielfalt, Transition Town Initiative (Gründungsmitglied), Kochkurse für Kinder und Erwachsene, Rollende Gärten, Repair Café, Wandergarten mit Bühne, Mitmachküche, Wunschproduktion, Nachbarschaften organisieren/Stadtteildialoge, Vernetzung in der Stadtverwaltungsebene, Permablitz-Projekte, Rhythmus der Permakultur, Mitglied im Permakultur Institut e.V. und Mitarbeit in Arbeitskreisen zum Thema Kurse und Veranstaltungen sowie regionale Bildungszentren.
Inzwischen ist er akkreditiert als Permakulturgestalter (Permakultur Akademie) und arbeitet seit 2015 für das Mida Solena gGmbH – Permakultur-Lernort „Lebendige Landwirtschaft auf Hof Luna