10 Dinge, die du sofort tun kannst, um den Boden von morgen zu schützen.

Dem Boden geht‘s dreckig, rette den Boden!

Wofür braucht man eigentlich den Boden? Nicht nur, um einmal um den Block zu joggen, um den Döner und die Pommes von gestern zu verbrennen! Na klar, überleg mal, wo kommen denn der Döner und die Pommes eigentlich her? Ohne Boden kein Leben! Letztendlich werden 95% unserer Lebensmittel direkt oder indirekt vom Boden erzeugt (FAO). Gute lebendige Böden lassen allerdings nicht nur die Kartoffel für die Pommes und das Sojafutter für das Fleisch im Döner wachsen, sondern spielen auch eine zentrale Rolle im Wasserreinigungsprozess, damit nicht zu viel Nitrat in deinem Bier landet, und als Wasserspeicher, damit unsere Mahlzeit nicht schon auf dem Acker verdurstet und austrocknet!

Boden ist eine unglaublich wichtige und unterschätzte Ressource. Hallo Klimawandel? Nicht gerade etwas, worüber man sich freuen kann! Die gute Nachricht aber ist: Bodenhumus speichert dreimal so viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre oder alle lebenden Pflanzen und Tiere zusammen. Was bedeutet das genau? Wenn wir den Bodenhumus pflegen, kann der Boden daher Kohlenstoff aufnehmen und den menschengemachten Klimawandel abschwächen. Allerdings kann er andererseits den Albtraum des Klimawandels noch verstärken: würden nur 0,1 % des im Boden gebundenen Kohlenstoffs in Europa freigesetzt (z.B. durch nicht nachhaltige Landnutzung), würde dies der jährlichen Emission von 100 Millionen Autos entsprechen (People4Soil Broschüre).

Wir behandeln den Boden aber wie Dreck! Mal hier asphaltieren für den neuen Flughafen oder die Einkaufs-Mall, da mal Gülle von 2.500 Agrarfabrik-Schweinen auf die Felder spritzen, hier Monokulturen mit riesigen Traktoren ernten und dabei den Boden verdichten… Wenn der Boden falsch und zu intensiv genutzt wird, verliert er seine Funktionsfähigkeit und degradiert. Schätzungsweise 20 bis 25 Prozent aller Böden weltweit sind bereits davon betroffen und jedes Jahr verschlechtern sich weitere 5 bis 10 Millionen Hektar. Das entspricht in der Größenordnung der Fläche Österreichs (8,4 Millionen Hektar) (Bodenatlas 2015, Heinrich Böll Stiftung). In Europa wurden über eine Million Hektar seit 1990 unrettbar der Landwirtschaftsnutzung entzogen. Das sind täglich umgerechnet mehr als 500 Fußballfelder, die nicht mehr für die Produktion von Nahrungsmitteln zur Verfügung stehen.

Die Entwicklung von neuem Boden ist aber ein richtig „slow“er Prozess: ein Zentimeter fruchtbarer Boden braucht zwischen 200 und 2000 Jahren zum Entstehen. So lange müssen wir aber nicht warten, um etwas zu unternehmen. Hier ein paar Ideen, um den Boden und damit unsere Zukunft zu retten!

10 Dinge, die du sofort tun kannst, um den Boden von morgen zu schützen.

1. Unterschreibe die Bürgerinitiative People4Soil auf https://www.people4soil.eu/de und hilf dabei, die Böden auf EU-Ebene zu schützen.

2. Gemeinschaftsgärten, Guerilla Gardening… Säe, pflanze und bringe Leben in den Boden, schaffe damit einen lebendigen und fruchtbaren Boden. Jede Brachfläche, jeder Randstreifen, jedes Fleckchen Erde sollte begrünt sein.

3. Mache deinen eigenen Kompost und gib dem Boden wieder, was du ihm nimmst. Ob Kompostklo, Bokaschi, Wurmkompost oder auch die Biotonne. Organische Masse gehört in den Boden und nicht in die Müllverbrennungsanlage.

4. Unterstütze die Bäuerin, den Bauern in deiner Nähe. Kaufe auf dem Markt, vom Hof oder unterstütze ein Projekt der Solidarischen Landwirtschaft. Denn nur kleinbäuerliche Landwirtschaft kann an die Umwelt angepasst wirtschaften und garantiert souveräne Ernährungssysteme.

5. Weniger ist mehr: Trinke Weidemilch, iss Fleisch aus Weideviehhaltung. Es schmeckt besser, unterstützt den Humusaufbau unter Dauergrünland (da der Boden hier nicht gepflügt wird und deswegen ganzjährig bedeckt und mit Wurzeln durchdrungen ist), belastet den Boden weniger mit Dünger als intensive Haltung und verbraucht kaum extra Ackerfläche für Futtermittel. Weiden binden auch mehr Kohlendioxid aus der Atmosphäre und schonen dabei die Umwelt und das Klima.

6. Pflanze einheimische Bäume und iss alte einheimische Gemüse- und Obstsorten. Sie sind besser an den Boden angepasst und können zu außergewöhnlichen, spannenden Gerichten zubereitet werden.

7. Löwenzahn, Brennnessel, Giersch… Lerne, welche Unkräuter du verwenden, kochen und essen kannst, anstelle sie totzuspritzen.

8. Iss Biobananen, denn ökologische Landwirtschaft in den Tropen bewahrt den Humus.

9. Erkundige dich, ob deine Bank von Landraub und Nahrungsmittelspekulationen profitiert und wechsele eventuell dein Konto.

10. Erzähle anderen davon.

Mehr Infos unter: https://www.people4soil.eu/de, und http://bodenbegreifen.de/lebensgrundlage-boden/